Band 
Fünfter Theil.
Seite
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lebendig aus dem Schutt und Koth hervorgezogen. DieZahl aller Ueberlebenden und so in plötzliches Elend Ge-stürzten betrug 350. 584 verloren Las Leben; unter diesenbefand sich eine Gesellschaft von Männern und Damen ausden angesehensten Familien von Bern. Um 4 Uhr in Arth angekommen, verließen sie den Flecken, um den Rigi zubesteigen. Eine Abtheilung der Gesellschaft zog in dem Au-genblick in Goldau ein, als das entsetzliche Ereigniß sieüberraschte; die andere Abtheilung, die um etwa 200 Schrittezurückgeblieben war, war Zeuge dieses Schauspiels, und einPatrizier^), der auf seiner Hochzeitsreise begriffen war,sah auf diese Weise seine junge und schöne Gattin vor seinenAugen verschwinden.

Der materielle Schaden belief sich auf zwei MillionenGulden ^). Es waren 323 Stück Vieh ums Leben gekom-men. Dieses große Unglück erweckte wie immer den Wohl-thätigkeitssinn in der ganzen Schweiz , beiden Regierungenwie bei Privaten ^). Mehrere Kantone sandten Arbeiterzur Wegräumung des Schuttes. Selbst aus fremden Län-dern kamen Beweise von Theilnahme ^). Die Tagsatzungbewilligte dem Kanton Schwyz 5000 Franken, um die imGoldauer Thal auszuführenden Arbeiten zu unterstützen ^).

Auch vaterländische Gesinnungen wurden durch die furcht-bare Begebenheit wieder belebt. Die Regierung von Appen -zell Znnerrhoden erinnerte in der Proklamation, Lurch welchesie zu einer Kantonskollekte aufforderte, ihre Mitbürgerdaran, Laß Schwyz ihr alter Bundesgenosse sei, gegenseitig

74) Herr v. Dießbach von Licbegg.

75> Nach dem Fuß von 12'/s Gulden auf den Louisd'or.

76) Am 1. Juni 1807 beliefen sich die Geldunterstützungen auf 116,645Schweizerfranken.

77) 4,31z Schweizerfrankcn.

78) Abschied von 1808, §. 36.