Band 
Fünfter Theil.
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wollte sich vorerst gegen den Norden sicher stellen und dasBündniß gegen Großbritannien verstärken. In dieser dop-pelten Absicht lud er im Spätjahr 1808 den Kaiser Alexanderzu einer Conferenz nach Erfurt ein. Beinahe alle Monar-chen Europa's waren bei dieser großen Feierlichkeit zwischenden sogenannten Beherrschern des Ostens und des Westensanwesend. Beide Kaiser schieden im besten Einverständnisseauseinander; allein sie hatten sich entweder selbst, oder jeeiner den andern in dem wirklichen Hauptknoten ihrer Po-lilik getauscht, welcher in dem Continental-Blokus lag^).

Oestreich erschien nicht bei dieser Fürstenzusammenkunft;es waffnete. Anfangs hielt es die Vorbereitungen zu einemverzweiflungsvollen Kampfe geheim, allein die Aufstellungeines so gewaltigen Heeres, wie es die Monarchie noch niegesehen hatte, verrieth seine Absicht. Es suchte die VölkerItaliens und Deutschlands mit vaterländischem Sinne zubegeistern und forderte sie auf, wie Spaniens heldenmüthigeBevölkerung, selbst gegen den Willen ihrer Fürsten, dieWaffen zu ergreifen. Napoleon lud den Rheinbund ein,seine Contingente vollzählig zu machen und in marschfertigenStand zu fetzen. Am 1. März stand das östreichische Heer-auf Kriegsfuß. Bald darauf bedrohte der Erzherzog JohannItalien, der Erzherzog Ferdinand das GroßherzogthumWarschau.

Unruhig beobachtete die Schweiz die Vorzeichen desUngewitters. Am 1l. März erschien plötzlich ein französi-sches Jägerregiment zu Pferd an den Thoren von Bafel undbegehrte über die Brücke, den einzigen damals möglichenUedergang, den Rhein zu passiren. Der Uebergang wurdebewilligt. Die Bundesregierung befand sich nach sechsjähri-gem Umlauf wieder in Freiburg und der greise Landammann

S) Hans von Reinhard , 167, 168.