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Die noch erst neu gegebene Verfassung müßte schon wiederzerstört werden; die Eidgenossen würden der Habsucht be-schuldiget und dem gerechten Vorwürfe ausgesetzt bleiben,sich auf unverhältnißmäßige Weife auf Unkosten friedlicherNachbaren vergrößert zu haben. Alles gebiete ihnen, ihrebescheidene Stellung nie zu verlassen. Besser wäre, dasTyrol zu einem eigenen Staate wie das Wallis zu bildenund durch freundschaftliche Bande mit der Schweiz zu ver-knüpfen; dabei läge nichts im Wege, um die Unabhängigkeitund eine für alle gleichnützliche Neutralität auch bei allge-meinem Kriegszustande fortbestehen zu lassen.
Napoleon erwiederte, dieses alles seien erst vorläufighingeworfene Gedanken in der Voraussicht, Oestreich werdeaufhören fortzubestehen; noch sei nichts entschieden; Rein-hard solle davon einstweilen nur in allgemeinen Ausdrückensprechen. Dann entließ er ihn etwas trocken. Reinhardhielt es für Pflicht, sich eher der Ungnade des mächtigenMonarchen auszusetzen, als stille zu schweigen, wo er seinemVaterlande gefahrdrohende Gedanken bekämpfen konnte ^).
Er überbrachte dem Landammann d'Affry ein SchreibenNapoleons , wovon diese beiden Magistraten, der Generalvon Wattenwyl und der Kanzler Mousson allein Kenntnißerhielten. Dasselbe enthielt in wenigen Zeilen die Ansichtendeö Kaisers über die Neutralität der Schweiz und ihre Ver-hältnisse mit Oestreich. Die Erzählung seines Gesprächesmit Reinhard erfüllte das vaterlandsliebende Herz des ander Spitze der Eidgenossenschaft stehenden Greises mit Un-ruhe für die Zukunft").
Bereits gegenwärtig verursachte der Widerstand Tyrols