Band 
Fünfter Theil.
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Briefe nahm er das Billigkeitsgefühl des Kaisers in An-spruch, indem er ihm die fürchterliche Lage der durch dieZwangsmaßregeln dieses Handelskrieges zerstörten schwei-zerischen Industrie ohne Schleier vorstellte. Die Offenheitder Sprache glich der Düsterkeit des Gemäldes: „Solltedenn die Industrie eines verbündeten Volkes, sagte er, dessenganzes Dasein mit demjenigen Frankreichs verknüpft ist,eines Volkes, das dem französischen Handel nützen, niemalsaber ihm schaden kann, ein Gegenstand des Hasses sein?Wird man sie als feindlich verbannen, vernichten und da-durch zwanzigtausend schweizerische Familien an den Bettel-stab bringen wollen? Nein, Sire, wir können das nichtglauben. Indeß werden die Zwangsmaßregeln, die mangegen unsere Manufakturen anwendet, unfehlbar dieses Re-sultat zur Folge haben, und wenn Ew. M. einen günstigenBeschluß aufschiebt, so wird sich die Verzweiflung unsererunlängst, Dank Ihnen, Sire, noch so ruhigen und E. M.stets getreuen und ergebenen Kantone bemächtigen." Austiefster Seele brach noch folgender Laut eines verzweif-lungsvollen Schmerzes hervor: „Geruhen Sie, Sire,unsern Nothschrei zu hören und unsere demüthigen Bittenzu gewähren. Die Schweiz nimmt die Wirkungen Ihrerkaiserlichen Liebe in Anspruch, nie hat sie dieselben dringendernöthig gehabt." Allein die Politik der Herrschsucht bliebkalt bei diesen Worten^).

Die Schweiz verdankte es der besonnenen Entschiedenheitdes Landammanns von Wattenwyl, daß auf den öffentlichenPlätzen ihrer Städte nicht wie in Neuchatel und Genf ganzeHaufen konstscirter Waaren von den Flammen verzehrt wur-den. Bei Aufführungen dieser Art, wovon die Genfer Zeu-

35) Von Tillier, I, 396 — 399, und die Quellen daselbst; Hans vonReinhard , 185, 186, 484—486.