Band 
Fünfter Theil.
Seite
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außerordentliche Mauthlinie besetzen zu lassen, um auf dieserSeite den Schleichhandel mit englischen Waaren aufzuhal-ten. „Diese Besetzung, sagte der Minister, wird die wahreNeutralität der Schweiz nicht im geringsten antasten, mußaber bis zum Frieden mit England dauern. Die zu dieserMaßregel angewandten Truppen sollen in keiner Weise demLande zur Last fallen, sondern durch den Kriegsminister desKönigreichs unterhalten und besoldet werden. Weder dieEinrichtungen, noch das Sein und Handeln des besetztenLandes soll den mindesten Eingriff erleiden."

An dem nämlichen Tage, an welchem Testi dieses Schrei-ben abfaßte, rückte eine 2 bis 3000 Mann starke, aus Fuß-volk, Artillerie und Reiterei bestehende Abtheilung in Be-gleitung von Gendarmen und Mauthbeamten und von demGeneral Fontanelli angeführt, ohne alle Voranzeige inLugano ein. Der tessinischen Regierung, welche sogleich anden General geschrieben hatte, erwiederte dieser, daß er dieAntwort am folgenden Tage selbst nach Bellinzona bringenwürde, was in Begleit seiner Truppen geschah. „MeineSeele überquillt von Indignation, von Trauer und vonIngrimm", schrieb von Wattenwyl an Reinhard^). DieseGefühle waren die aller Schweizer . Er wendete sich mitden nachdrücklichsten Vorstellungen an den französischen Ge-sandten und an den italienischen General, während er denschweizerischen Geschäftsträger beauftragte, nicht wenigernachdrücklich in Mailand aufzutreten. Die tessinische Regie-rung, in ihrem Ehrgefühle gekränkt, verwahrte sich feierlichgegen die Verletzung ihres Gebietes und ihrer Rechte undweigerte sich, eine Verordnung des Generals über die engli-schen und Colonialwaaren in die Gemeinden zu schicken. Siewidersetzte sich auch andern Zumuthungen desselben. Der

Zg) HanS von Reinhard , 187.