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Drangsale und sprach die Erwartung aus, daß die Tag-satzung diesem bedrängten Kanton, der so muthig alle Leidenertragen und rührende Beweise seiner Treue gegeben habe,auf das kräftigste beistehen und nicht auseinandergehen würde,bevor entschiedene Schritte für seine Befreiung gemachtworden seien. Diese Wünsche waren im Einklang mit denAufträgen und Empfindungen sämmtlicher Gesandtschaften;alle sahen ein, daß es jetzt nothwendig sei, das Ansehender Schweiz durch die Einmüthigkeit der Berathung zu ver-theidigen. Diese wichtige Berathung dauerte zwei Tage.Die Schweiz konnte weder ihre Verfassung opfern, ohne sichzu beeinträchtigen, noch dem Willen Napoleons widerstehen,ohne ihre Existenz zu gefährden. Die Tagsatzung versuchtedaher, diese Verfassung und diesen Willen durch eineMenge Opfer mit einander zu versöhnen. Sie beschloß,die ehrerbietige aber dringende Bitte an den Kaiser zu rich-ten, die Okkupationstruppen aus dem Tessin zurückzuziehenund diesen Kanton in seinen durch die Vermittlungsakte be-zeichneten Verhältnissen zu lassen, wobei sie sich auf diesenFall verpflichtete, den Handel durch das tessinische Gebietund über die Alpen unter Aufsicht der Eidgenossenschaft zunehmen und dadurch die geforderte Gewährleistung gegenden Schleichhandel zu geben. Zu diesem Behufe wollte maneine doppelte Douanenlinie im Tessin aufstellen und dieselbedurch ein Corps bewaffneter Gendarmerie unterstützen lassen.
Die französische Regierung hatte eine Berichtigung derGrenzen Tessins auf der italienischen Seite vorgeschlagen.Allein man fürchtete die Integrität des Gebietes anzutastenund eine neue Quelle von Verwickelungen zu öffnen.Bringe doch eine unbedeutende Abänderung Italien keinenGewinn, während eine Abtretung von Dörfern, Kreisenoder gar Distrikten hingegen als eine Verletzung der eidge-nössischen Verfassung zu betrachten sei, durch welche die