265
konnt. Dessen ungeachtet war die Sprache des Cabinetsder Tuilerien, nachdem die Neutralität verletzt worden war,ruhig und ohne Vorwürfe gegen die Eidgenossenschaft.Am 1. Zanuar 1814 trafen die Gesandten der Tagsatzungnach Paris , von der wohlwollenden Aufnahme, dem freund-lichen Abschiede und den für die Eidgenossenschaft ehrenvollenAeußerungen, die ihnen von dem Kaiser der Franzosen zuTheil geworden, im höchsten Grad befriedigt '"'), wiederin Zürich ein.
Die östreichischenTruppen setzten ihren Marschdurch die westliche Schweiz fort. Zn großer Mengedurchzogen sie Bern, Freiburg und Neuenburg. Am 28.December nahm der Oberst Freiherr von Simbschen miteiner Abtheilung von 600 Mann Reiterei und Fußvolk vonWallis Besitz, erklärte die französijche Verwaltung in diesemLande für aufgehoben, setzte eine provisorische Regierungein und forderte sie aus, sich an die schweizerische Eidge-nossenschaft anzuschließen'""), Abgeordnete in das Haupt-quartier zu schicken und zur Sicherheit des Landes Truppenaufzustellen. Dieser Rath wurde befolgt, und der Ausgangrechtfertigte ihn. Am 1. März griff ein italienisches Ba-taillon das Dorf Simpeln an, dessen schwache Besatzungsich zurückzog. Die Ztaliener rückten vor und besetzten einedurch eine Brücke vertheidigte Anhöhe. Die Sturmglockeversammelte die Walliser , die sich um Mitternacht vonBriegg aus in Bewegung setzten und nach einem mühe-vollen Marsch von fünf Stunden mitten im Schnee mitTagesanbruch den Feind im Rücken und in der Flanke an-griffen und ungeachtet der hartnäckigsten Gegenwehr dasganze Bataillon, das 23 Todte und 50 Verwundete zählte,
105) Protokoll der eidgenössischen Versammlung vom 2. Januar 1814.
106) vs koverea, mein. IV, 256.