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annimmt, als wie sie damals für reinbaumwollene Gewebe üb-lich war. Welchen ungeheuren Aufschwung der englische Kattun-druck im letzten Viertel des XVIII. Jahrhunderts nahm, werdenwir in einem spätem Abschnitt zur Erörterung bringen.
Wie schon S. 57 angedeutet, wurde die erste moderne Zeug-druckerei Deutschlands in Augsburg (Bayern) errichtet. JeremiasNeuhofer , der Sohn eines Tuchscherers, der sich auch mit Bunt-druck in Oelfarben befasst hatte, sah letzteres Gewerbe durchdie holländischen Drucke dem Untergang geweiht und setzte dar-um alles daran, eingehende Kenntnis von dem neuen wichtigenDruckverfahren zu erlangen. Eine erste Reise seines JüngernBruders Georg nach Amsterdam hatte nicht den gewünschtenErfolg, wohl aber brachte Jeremias inzwischen in Erfahrung, wieman mit „Wasserfarben nach Schweizer Art“ drucke. Von einerzweiten Reise nach Holland und England a. 1689 oder 1690 brachteGeorg Neuhofer alsdann die richtigen Informationen über denKrapp- und den Indigoartikel nach Hause, sodass die beiden Brüdersogleich mit der Fabrikation beginnen konnten und schon in denersten zwei Jahren trotz verschiedener zünftiger Hindernisse einenansehnlichen Umsatz erzielten. Bald fanden sich Nachahmer,welche einige weitere „Cottonfabriken“ kleinern Umfangs ein-richteten. Weit über die Landesgrenzen hinaus berühmt wurdensodann die „Augsburger Zitze“ von 1759 an, da Johann HeinrichSchule V, anfänglich Inhaber eines Handelsgeschäftes in AugsburgerLeinwand- und Baumwollwaren und Hamburger „Zitzen“, selbsteine Indiennedruckerei eröffnete und sich bald sowohl durch grosseProduktion als auch feines Colorit seiner Fabrikate auszeichnete.Zu einer besonders schönen Ausführung brachte er es namentlichin den umständlichen illuminierten Krappartikeln (vergl. 59),in die er neben den Tafelfarben auch luftbeständige edelmetall-haltige Broncen, in Gummi verdickt, einpinseln liess (1765 erstelltenauch schweizerische Fabriken, wohl in Nachahmung Schüle’s, solche
>) Siehe dessen 1805 erschienene Lebensbeschreibung, auszugsweiseabgedruckt in Bd. II von Dollfus-Ausset’s „Materiaux pour la coloration desetoffes“.