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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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Stellung gelangte nach und nach von Indien nach Persien, derBucharei und der Türkei inklusive Griechenland, wobei dieselbeweitere Verbesserungen erfuhr. Die Perser, Bucharen und Ar-menier färbten fast ausschliesslich für den Konsum im eigenenLande und zwar sowohl Gewebe (uni-rot), als auch Garne, wäh-rend sich die Griechen fast ganz auf letztere beschränkten, dafüraber die Sache im Grossen betrieben und einen gewinnbringendenExport-Artikel daraus machten. x ) Für die Oelemulsion bedientensie sich ihres einheimischen Olivenöls. Dieses prächtig gefärbte,als „türkischrot“ (französisch rouge turc, rouge d’Andrinople,rouge des Indes) bezeichnete Baumwollgarn fand im XVII. undXVIII. Jahrhundert steigenden Absatz in Europa und wurde trotzseines hohen Preises, alsbald für die Stickerei und verschiedeneNäharbeiten, besonders aber für die aufstrebende Baumwoll- undLeinen-Buntweberei unentbehrlich. Einer ausserordentlichen Blüteerfreute sich die Türkischrot-Garnfärberei in Thessalien und be-nachbarten Gebieten (Adrianopel), da thessalische Kaufleute aufmehrern europäischen Handelsplätzen Comptoire für den Verschleiss•des Produktes errichtet hatten. Endlich gelang es * 2 ) 1747 drei fran-zösischen Industriellen namens Fesquet, Houclard und d’Haristoy,griechische Färber nach Frankreich zu ziehen und in Barnetalbei Rouen, sowie in Aubenas in der Languedoc, zwei Türkischrot-Garnfärbereien in Betrieb zu setzen, welchen sich in der Folgein Nimes, Marseille und andern Städten Südfrankreichs, sowie inder Normandie, noch mehrere anreihten, besonders auch, nachdem•die französische Regierung die bezüglichen verwickelten Färbe-verfahren erworben und 1765 zur Veröffentlichung gebracht hatte.Weitern Vorschub erhielt die Türkischrot-Färberei durch Einfüh-rung des Krappbaus in Südfrankreich. Während derselbe in denNiederlanden und in Schlesien schon seit Jahrhunderten blühteund im Eisass schon seit 1729 bekannt war, blieb es einem per-sischen Flüchtling namens Jean Althen Vorbehalten, auf das da-für weitaus am besten geeignete Terrain aufmerksam zu machen. 3 )

*) s. v. Kurrer’s „Druck- und Färbekunst“, Wien 1849, Bd. II S. 189

2 ) nach J. Girardins „Le$ons de Chimie“.

3 ) s. Dollfus-Ausset’s „Matöriaux“ Bd. I S. 122 und 173.