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dagegen geschah es erst 1810 und zwar durch Daniel Köchiin(s. o. S. 140), dass im Eisass Baumwolltücher am Stück türkisch-rot gefärbt wurden. Nach Dr. A. Penot sollen dies überhaupt dieersten in Westeuropa gewesen sein; da jedoch die Färberei amStück keine grossem Schwierigkeiten bot als diejenige des Garns,so ist von vornherein anzunehmen, dass jene Operation schonfrüher an andern Orten ebenfalls versucht und durchgeführt worden,jedoch noch nicht zu grosser Bedeutung gelangt war. In derThat meldet dies Adolf Bürkli in sehr bestimmterWeise von denGebrüder Zeller in Zürich und behauptet sogar, dieselben hättenschon in den 1790er Jahren türkischrote Tücher den Druckfabri-kanten David und Melchior Esslinger abgeliefert, worauf solchedann als bedruckt unter der Bezeichnung Fazzoletti cl’Esslingerin Italien mit grossem Erfolg verkauft worden seien. (DiesesZeugnis ist nur darum nicht ganz einwandfrei, weil Bürkli an-nimmt, dass es sich dabei um die bekannten Buntätzproduktegehandelt habe, während es absolut feststeht, dass solche damalsnoch nicht existierten und es höchstens Tafelschwarzdrucke hättensein können). Im fernem kann man aus dem Wortlaut einigerStellen in Girardin’s „Leg. de Chimie“ mit einiger Wahrscheinlichkeit schliessen, dass in Rouen mit der Stückfärberei vor 1800begonnen wurde und endlich geht 1 ) aus den „Notes inedites“ vonDaniel Köchiin selbst hervor, dass 1811, als er mit seinen Aetz-versuchen begann, ein Schottländer schon eine Art türkischrotgefärbter und in Tupfendessins weiss geätzter Mouchoirs auf denMarkt gebracht hatte, wodurch zugleich der Beweis geleistet ist,dass in Schottland die Stückfärberei schon seit einer gewissen Zeitbestand. Trotzdem muss Daniel Köchiin als der eigentliche Schöpferder so überaus wichtigen Türkischrot-Unifärberei und -Aetzdruckereiangesehen werden, da erstere es bis dahin zu keiner erheblichenBedeutunggebracht hatte und jene schottische Aetzmethode nie auchnur annähernd der Entwicklung fähig gewesen wäre, welche die Köch-lin’sche in der Folge aufwies. Auch wusste dieser geniale Koloristdas schwierige Problem innert wenigen Jahren so vollkommenzu lösen, dass sein Verfahren fast keiner Veränderung mehr be-
‘) Nach Persoz’ „Traitd theor. et prat. de l’impress.“ T. III p. 232.