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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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bildeten. Er druckte nämlich als erste Farbe ein Reserve-Weissauf, welches sowohl darüber zu druckenden Beizenfarben als derspäter folgenden Indigoküpe Widerstand zu leisten vermochte;,alsdann folgten als Beizenfarben rote, braune und schwarze Töneund endlich passte er nach der Krappfärberei noch Tafelgelbein, welches, soweit es auf Hellblau fiel, mit demselben Grün er-zeugte. So war es ihm gelungen, das Krapp-, das Indigo- unddas Tafelfarben-Verfahren in höchst origineller Weise in einemArtikel zu vereinigen; ähnliches war zwar auch schon bei demviel ältern Artikel „Calancas“ (S. 105) der Fall gewesen; indessenkonnte man bei dem letztem mit dem eingepinselten Indigoblaudoch nur sehr kleine Partieen bedecken, während es bei den „Lapis“möglich war, ihm beliebig grosse Flächen einzuräumen. Ueber-dies brachte Köchlin die „Lapis riches“ von Anfang an in schönen,,originellen Palmettendessins auf den Markt, welche für immer fürsie typisch blieben. So konnte es denn nicht fehlen, dass, ähn-lich wie seine türkischroten illuminierten „Merinos“ (S. 170), soauch die Lapis mit ihren schön gruppierten und fast ausnahms-los soliden Farben einen ausserordentlichen Erfolg erzielten; ihreHerstellung verbreitete sich bald auch nach andern Ländern undentwickelte sich in der Folge besonders stark in England, in derSchweiz und in Oesterreich, wo sie Jahrzehnte lang zahlreicheHände beschäftigten.

e) Der Iris- oder Regenbogendruck d. h. das Ver-fahren, unmerklich ineinander übergehende Töne („fondus“ oder„ombres“) zu erzeugen, gelang 1820 dem Tapetenfabrikanten Jean-Michel Spörlin in Wien vorerst auf Papier und bald darauf, unterMitwirkung von Dollfus-Ausset und seinem Druckermeister Zäslin,.auch auf Geweben. 1 ) Dasselbe bestand im wesentlichen in Fol-gendem: Einen flachen hölzernen Trog teilte man durch dünne

*) S. Dollfus-Ausset’s „Materiaux“ Bd. I 8. 95 u. 243. Spörlin stammtewahrscheinlich aus dem Eisass; die oben erwähnten Versuche, das Irisver-fahren auf Geweben anwendbar zu machen, wurden in der Fabrik Dollfus-Mieg & Cie. vorgenommen, so dass dieselbe dann auch im Falle war, einigeZeit später die ersten solchen Druckfabrikate auf den Markt zu bringen-Bald folgten ihr andere elsässische Fabriken sowie Schöppler & Hartmannin Augsburg.