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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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machten in Handweberei nicht nur durch Ausgeben („Ferggen“oder „Tragen“) der Baumwollgarne in die Häuser, sondern vonden 1830er Jahren an auch fabrikmässig, indem sie sowohl inSchwanden, als auch in Luchsingen eine grössere Anzahl eigenerHandstühle in einem Fabrikgebäude aufstellten; in ersterer Ort-schaft betrieben sie dieselben bis 1845, in letzterer bis 1840/43,um welche Zeit hier mechanische Webstühle an ihre Stelle traten.

Von dem Schwanden benachbarten Weiler Sool ist zu be-merken, dass hier in der Folge, ausser den bei obiger FirmaPeter Blumer beteiligten Weberherren Felix und Johannes Jenny ,noch einige andere Repräsentanten dieses Familiennamens sichebenfalls mit Stückferggerei und Stückhandel befassten, so nament-lich ihre Brüder Heinrich und Mathias, ihr Vetter „Felix Jenny,älter“ und wahrscheinlich auch die Söhne jenes S. 103 T. I er-wähnten Kaufmanns und Gesandten Fridolin Jenny. i ) —

Als wichtigster oder vielmehr fast einziger Repräsentant desHandwebereigewerbes grossem Styls erscheint in der GemeindeMollis der schon S. 111 T. I flüchtig erwähnte Chorherr SamuelSchindler (1762—1830). Derselbe, einer wenig bemittelten Familieentsprossen, war, nach der familiären Ueberlieferung, eine frische,thatkräftige Natur, welche vorwärts strebend die Zeichen derZeit verstand. So brachte er es mit unermüdlicher Ausdauer inden ersten zwei Dezennien des XIX. Jahrhunderts zu einem um-fangreichen Handwebereigeschäft, welches eine Menge Leute inMollis, Näfels, am Kerenzerberg und auf Amden in seinen Dienstenzählte. Lebhaften Verkehr pflegte er auch mit dem Toggenburg,wohin er öfters und zwar stets zu Fuss, früh morgens aufbrechend,wanderte, offenbar um den Verkauf seiner Erzeugnisse zu be-werkstelligen. Wie eine Notiz auf S. 453 in Heer und Blumer’s„Gemälde des Kantons Glarus“ bestätigt, produzierte nämlich dieglarnerische Handweberei von den 1790er bis in die 1820er Jahrebedeutend mehr, als die Druckerei des Landes konsumieren konnte,so dass erstere einen Teil ihres Absatzes auch in Zürich und

‘) Einer derselben, Rudolf, Katsherr und Distriktssekretär, wurde 1798Bürger in Chur; dessen Sohn, Stadtammann Joh. Rudolf Jenny-Kuhn, be-trieb dann hier ein Speditionsgeschäft für den Warenverkehr mit Italien.