Buch 
Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
Entstehung
Seite
240
JPEG-Download
 

240

tJ

Winterthur, besonders aber auf den Baumwollmärkten von Lichten-steig, St. Gallen und Herisau suchte und fand; dabei handelte essich sowohl um mittelschwere Tücher für schweizerische und süd-deutsche Druckereien, als auch um grobe und schwere Qualitäten,die roh oder gebleicht direkt in Verbrauch gelangten; dagegenist von der Erstellung von Mousselines oder andern feinen Ge-weben in damaliger Zeit nur ausnahmsweise die Rede.

In den 1820er Jahren errichtete Samuel Schindler einen grossenWebkeller, um darin die Handweberei quasi fabrikmässig zu be-treiben; die Molliser Leute sollen jedoch daran wenig Gefallengefunden haben und ebenso kam sein Plan, die leerstehende Fabrikim „Jordan“ (S. 187) anzukaufen und in Gang zu setzen, nichtzur Ausführung. Inzwischen hatte er, wie wir später sehen werden,Veranlassung genommen, sich an einem bedeutenden Fabrikations-geschäft des Auslandes (Vorarlberg) zu beteiligen, wodurch das indu-strielle Interesse seiner Söhne, des Hauptmann Frid. Schindler,1788—1874, und des Landammann Dietrich Schindler 1 ),1795-1882, in der Folge von der Heimat abgelenkt wurde. Immer-hin führten dieselben, als die Handweberei in Abnahme kam, denebenfalls schon von ihrem Vater begonnenen Handel in gedrucktenWaren noch mehrere Jahre unter der Firma Samuel Sckindler’sSöhne fort.

In Ennenda, wo es nach S. 33 u. 36 T. I besonders viele imAusland etablierte bezw. dort zeitweise sich aufhaltende Handels-leute gab, erlitten dieselben während der Napoleonischen und derdarauf unmittelber folgenden Zeit ungeheure Verluste. Nebenzahlreichen mündlichen und schriftlichen Ueberlieferungen leistetdafür namentlich der auffällige Rückgang des Steuerkapitals einen

ö Bekanntlich kommt demselben ein Hauptverdienst um das Zustande-kommen der liberalen, für den Frieden und die Entwicklung des Glarnerlandessegensreichen Verfassung von 1836 zu. Wenige Jahre später fühlte er sich je-doch von den Unbilden der politischen Laufbahn verletzt und ermüdet und zogsich aus derselben gänzlich zurück, indem er nach Zürich übersiedelte unddort bis an sein Ende in seinem Heim wesen „auf dem Kreuzbühl“ wohnte,seine Zeit den Interessen jenes vorarlbergischen Geschäftes, besonders aberkünstlerischen und wissenschaftlichen Studien widmend.