244
nehmen, wobei er zu Hause dem Handwebereigeschäft oblag, da-gegen die fertigen gedruckten Waren dem in Lugano etabliertenHause L. & J. Enderlin in Consignation gab. Die Verbindungmit diesen angesehenen, einer industriellen Familie in Traun (beiLinz) entstammenden Kaufleuten wurde immer inniger und 1833kamen sie überein, unter der Firma Enderlin & Jenny in Ziegel-brücke, an einer durch das Kanalisationswerk vollkommen ge-schützten Stelle der Linth, eine grosse Baumwollspinnerei zu er-richten, welche dann 1835 mit zirka 15,000 Spindeln in Betriebkam. Diese Zahl wurde später auf mehr als das Dreifache ge-steigert. Die ersten Maschinen lieferten J. J. Bieter & Cie. inWinterthur und Nicolas Sclüumberger & Cie. in Guebwiller (Eisass);1860 machten sie solchen von Platt brothers in Oldham Platz.Die Wasserräder wurden 1852 durch Turbinen, System Jonval,von Andre Kcechlin & Cie. in Mülhausen ersetzt. — Den Handelin gedruckten Waren sofort nach der Eröffnung der Spinnerei auf-gebend, hatte sich Fridolin Jenny mit seiner ganzen Kraft demneuen Wirkungskreise gewidmet, wobei die mit bedeutendenKapitalien beteiligten Enderlin ihn — nicht zu ihrem Schaden —fast ganz frei schalten und walten liessen. Um 1840 ergab sichdie Gelegenheit zum Erwerb eines kleinern gleichartigen Etablisse-mentes, das in dem benachbarten Niederurnen von Zweifel& Weinhofer 1 ) wenige Jahre zuvor errichtet worden war; auchwar mit diesen Spinnereien ein Hauswebereibetrieb in Niederurnen,Bilten etc. verbunden, bis die Firma Ende der 1840er Jahre zurmechanischen Weberei (mit Webstühlen von Caspar Honeggerin Rüti, Kt. Zürich) überging. Des Stifters einziger Sohn, RatsherrCaspar Jenny (1819—1894), gleich tüchtig auf dem kommerziellenwie auf dem technischen Gebiet, erhob die Etablissemente an derZiegelbrücke in 50jähriger unermüdlicher Thätigkeit zu Muster-anstalten ihrer Art. Auch unternahm er, indem es ihm in derSchweiz allein zu enge wurde, 1868 den Bau einer bedeutendenWeberei in Triesen (Lichtenstein-Oesterreich). Nach dem 1880
*) Die Erbauer desselben hiessen Gemeinderat Peter Zweifel(1804—1894), später Besitzer der Brauerei und Wirtschaft auf „Erlen“ inGlarus, und Anton Weinhofer aus Baselland.