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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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lieh gebildet, sondern auch sehr geschäftsgewandt war, kehrte erin den 1820er Jahren ins Glarnerland zurück, liess sich in Linthalnieder und betrieb nun hier ein bedeutendes Handwebereigeschäft,teils auf eigene Rechnung, namentlich aber für Handelsfirmen undFabriken in Ennenda und Glarus. 1841 zog er sich in seine Heimat-gemeinde zurück und wurde dort Schulvogt; sein Schwiegersohn,Ratsherr Frid. Speich z. Freihof, setzte das Geschäft hier nochbis ungefähr 1851 fort.

Die gute Entwicklung der Handweberei und eine schöneWasserkraft an der Linth veranlassten den nachmals als schweize-rischen „Spinnerkönig“ bezeichneten Hrn. Heinrich Kunz (1793-1859)von Uster, in Linthal eine grosse Spinnerei zu errichten, welche1839 in Betrieb kam. 1 ) Während bisher die glarnerische Hand-weberei bedeutende Mengen von Baumwollgarn aus den KantonenZürich und St. Gallen und aus England bezogen hatte, schuf die Er-richtung dieser und der andern schon erwähnten grossen Spinnereienein gegenteiliges Verhältnis und es gestaltete sich der Exportglarnerischer Baumwollgarne schon um 1840 zu einem recht be-trächtlichen.

Ein zweites Etablissement, Feinspinnerei und Feinweberei(von Mousselines, Mi-doubles, feinen Cambrics für „Stickböden“,später auch von Satins und ähnlichen Geweben) umfassend, erhieltdie Gemeinde Linthal 1853 durch die HH. Casp. & Frid. Becker vonEnnenda, über deren frühere Thätigkeit wir weiter unten berichten. 2 )

1863/64 wurde ein drittes Etablissement, die Wasserkraftdes Brummbach ausnutzend, errichtet, wozu sich 4 Bürger vonLinthal, David Wichser, Tagwenrat Jakob Eimer, Josua Dürst

b Am 1. Januar 1893 änderte sich diese in den Kantonen Zürich, Aargau undGlarus etablierte Gross-Firma in Wunderty, Zollinger & Cie.; auf den 31. August1898 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, lautet sie seither: A. Q. derSpinnereien von Heinrich Kunz, Zürich.

2 ) Als Firma Becker & Cie. ging dieses Geschäft im Dezember 1900käuflich an Herrn Edmund Bebie von Turgi über. Als Ergänzung desjenigen,was wir S. 116 T. II über die industriellen Namen des Kantons Aargau mit-teilten, möge bei dieser Gelegenheit nachgeholt werden, dass das in der In-dustrie mehrfach thätige Geschlecht der Bebie auf zwei Familien Pebbia zurück-geht, welche zu den 1553 ausgewanderten Locarnern zählten; die eine der-selben siedelte in der Folge in den Aargau über, während die andere (nachDr. J. C. Mörikofer) in Zürich das Bürgerrecht erlangte.