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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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Das Schussgarn wurde den Webern in Bünden zugestellt und musste vondenselben selbst in Bobinen gespult werden. Man braucht sich also nichtzu wundern, wenn dannzumal für Gewebe viel höhere Preise bezahlt werdenmussten, obwohl diese Handweber in den Häusern bei fleissiger Arbeit nichtmehr als 50—60 Ep. per Tag verdienten.“

„Diese Art des Fabrizierens erhielt dann im Jahre 1845 eine nachdamaligen Begriffen -wesentliche Besserung, indem in Dornhaus ein Gebäudeerstellt wurde, in welchem 50 hölzerne Handstühle aufgestellt wurden. “

„Inzwischen, also von 1834—1845, waren in unserm Thale auch(mechanische) Spinn- und Webereien entstanden und hatte die neue Hand-weberei schon den Vorteil, wenigstens mit der schauerlichen Methode desSchlichtens aufzuräumen, indem dieselbe die Zettelgarne in Murg und späterin Eiiti auf neuen Schlichtmaschinen präparieren liess.“

„Wenn man heute diese vor 45 Jahren neue (?) Weberei sich insGedächtnis zuriickbringt, so sieht man diese Weberinnen mehr als einenMeter über dem Boden auf einem 15 cm breiten Brette sitzend und mitHänden und Beinen zappelnd, und muss dann zugeben, dass die heutigeWeberin doch ein schöneres Handwerk hat, als es dannzumal der Fall warDoch hatte man immer Weber im Ueberiluss und wenn eine gute Arbeiterinbei dieser strengen Arbeit 15—16 Schilling oder 65—70 Eappen ver-diente, wurde solche als Muster von Fertigkeit hingestellt.“

„Im Jahr 1856 entstund nun auch in unserm Dorfe eine mecha-nische Weberei mit zirka 200 Webstiihlen, welche als eine willkommeneVerdienstquelle begriisst wurde. Der Tagwen Diesbach trat in den Ver-kauf von Boden und Wasserrecht nur ein unter der Bedingung, dass einEtablissement gegründet werde, welches 150 Personen Verdienst gebe unddass die Arbeiter, wenn vorhanden, zuerst aus dem eigenen Dorfe ge-nommen würden.“

„Bei der Einführung der mechanischen Weberei in unserm Dorfe, so-wie fast in allen Webereien des Kantons, wurde ein grosser Fehler be-gangen, indem teils aus Nichtkenntnis, teils aus allzu konservativem Geisteunrichtige Maschinen angeschafft wurden. Man hatte in England schon zuAnfang der 40er Jahre einen sehr guten Webstuhl, der 150—160 Tourenmachte; trotzdem entschlossen sich sozusagen alle aufkommenden Webereieneinen Schweizer-Webstuhl einzuthun, dem man nirgends mehr als 115—120Touren geben konnte, was natürlicherweise dief Leistungsfähigkeit unsererWebereien in bedenklichem Masse reduzieren musste.“

„Im Jahr 1864 wurde nun auch Baumwoll-Spinn er ei eingeführt,welche der bestehenden Weberei die Garne zu liefern hatte. Zur Aufnahmeder Spinnerei war das bestehende Gebäude bestimmt und für die Webereiein neues Etablissement gebaut im Jahre 1870. Ich glaube mich nicht zuirren, wenn ich sage, dass dieses Etablissement das letzte war, welches im