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Kanton gebaut wurde, wenn man einige Yergrösserungen nicht als Neu-bauten nennen will.“ ’)
Während die vorstehende Darstellung unter dem Eindruckdes Niedergangs der Handweherei und des Siegeszuges der Maschinen-industrie geschrieben ist, hatten uns die Schilderungen von S. 234und 242 mehr mit der „guten alten Zeit“ jenes Gewerbes vertrautgemacht. Wir lassen nun dasjenige folgen, was Ratsherr CasparJenny (nachmals Landammann) in Heer und Blumer’s „Gemäldedes Kantons Glarus“ über den Stand der Baumwollspinnereiund -Weberei um 1840—1844 berichtet und übergehen auch das-jenige nicht, was an gleicher Stelle über die damalige Wollen-industrie gesagt ist, da wir uns des Zusammenhangs wegen (S. 255/7)auch mit diesem Zweige befassen mussten:
„Wollenfabrikation. Die Wollen-Industrie des Kantons Glaruszerfällt in zwei Hauptabteilungen, nämlich: Erstens in diejenige, welcheim Kreise einzelner Familien (die häusliche) und zweitens in diejenige,welche in wirklichen kleinern und grossem Fabrikanstalten getrieben wird.Die erstere hatte im XVII. und zu Anfang des XVIII. Jahrhunderts haupt-sächlich in der grossen Gemeinde Schwanden schon eine bedeutende Aus-dehnung * 1 2 ). Jetzt existiert sie grösstenteils nur noch in den wenigen Dorf-schaften des Sernfthals. Sie beschränkt sich meistens auf Anfertigung vonStrumpfgarn und groben wollenen Zeugen, vermischt mit Baumwolle (Land-tuch genannt), theils zu eigenem Hausgebrauche, anderntheils zu unbedeutenderAusfuhr nach den Kantonen Schwyz, Uri, Zug, Graubflnden und St. Gallenauf dem Wege des Hausirens. Zu dieser Fabrikation wird nur inländischeWolle von etwas geringer Qualität gebraucht.“
*) Diese Vermutung war nicht ganz zutreffend, denn:
1. erwarben die Herren Brumischweiler, Fröhlich dt Cie. (v. Hauptwil, Kt. Thurgau) imDezember 1871 den allerdings schon 2 Jahre vorher von J. Oertli & Cie. begonnenenRohbau eines Etablissement im «Mühlefuhr» bei Ennenda und richteten darin eineB aumwoll -Buntweberei ein:
2. erstellten die Bauunternehmer Jakob Aebly’s Söhne von Ennenda 1872/76 «imSändli» bei Mitlödi ein Gebäude für 150—200 "VVebstühle. Durch Eintritt von HerrnJoh.Caspar Zuicky von Mollis, bis dahin Angestellter bei den HH. Jenny & Cie., ändertesich jene Firma, soweit die Weberei in {Betracht kam, 1S86 inAebly &Zwicky,nach seinem Wiederaustritt auf 1. Januar 1892 hingegen in Aebly & Cie. Dabei istallerdings zu bemerken, dass die Anfänge dieses, gegenwärtig von Herrn JacquesAebly - Jennv j gr. geleiteten Geschäftes eigentlich ebenfalls in den 1860er Jahrenzu suchen sind. 1866/67 hatte nämlich Modellstecher Abraham Hefti von Schwanden27 alte Webstühle aufgekauft und im Verein mit Baumeister Heim-, Aebly-Egli als FirmaAebly & Hefti ein kleines Webereigebäude «am Steg», auf dem linken Ufer der Linth,errichtet. Nachdem 1869 der Bruder des Letztgenannten, Baumeister Emanuel Aebly-Triimpy beigetreten war, hatte Hefti seinen Austritt genommen und änderte sichdemgemäss die Firma in Gebrüder Heinrich & Emanuel Aebly (später «Jakob Aebly’sSöhne«). Mit Eröffnung der neuen, gerade gegenüberliegenden Weberei «im Sändli»wurde der Betrieb «am Steg» aufgegeben.
2 ) Siehe hierüber diese Abhandlung S. 62 T. I.