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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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Wir wollen im Folgenden nun versuchen, obige auf einenbestimmten Zeitpunkt beschränkte Darstellung der Produktions-verhältnisse, Löhne und Preise soweit möglich durch fortlaufendeAngaben aus der ganzen Periode, welcher dieser Abschnitt ge-widmet ist, zu ergänzen.

Die Handweberei erforderte, besonders bei breiten Tüchern,verhältnismässig mehr körperliche Anstrengung als die heutigeMaschinenweberei, weshalb man viel mehr männliche Weberei-arbeiter zählte als heutzutage; immerhin überwog in unsern Gegen-den, im Gegensatz zu verschiedenen ausländischen Produktions-gebieten, stets das weibliche Geschlecht.

Bei der schweizerischen Handweberei desXVIII. Jahrhundertsvollzog sich der Gang des Webstuhls in der Weise, dass die Füsse'des Arbeiters mittelst einer Tretvorrichtung vor jedem Faden-schuss eine Teilung des Zettels in ein Ober- und ein Unterfachbewirkten, während jeder Hand eine zweifache Bewegung ob -lag; es musste nämlich abwechslungsweise die linke bezw. dierechte (oder öfters nur der betreffende Zeigfinger) die „Handschutze“(das Weberschiffchen mit demEintragspühlchen) durch jenes „Fach“von einer Seite zur andern werfen und alsdann die eine oder dieandere Hand die „Lade“ anschlagen d.h. den soeben eingeschossenenFaden an die frühem andrücken, um damit dem Gewebe die ge-wünschte Dichtheit und Regelmässigkeit zu geben. Schon 1738wurde nun von John Kay in Bury (England) die „Schnellschütze“und die mit ihr in Verbindung stehende „Schnelllade“ erfunden,bis 1760 jedoch fast nur von Wollwebern angewandt. Diese Vor-richtungen, bei welchen die rechte Hand ausschliesslich die Weber-schiffchen mittelst zwei „ Peitschen “ hin un d her schleudert, währenddie linke stetsfort nur die Bewegung der Lade besorgt, fandenin Glarus, St. Gallen und wohl auch in Zürich erst im Anfangdes XIX. Jahrhunderts Eingang.

Verschiedenen, aus der zweiten Hälfte des XVIII. Jahr-hunderts überlieferten Mitteilungen kann man entnehmen, dassdamals in der Ostschweiz die durchschnittliche Tagesleistung einesWebers, bei s / 4 aune breiten gewöhnlichen Baumwollstücken und10—12 Schussfäden auf 1 j i franz. Zoll, sich auf 8—10 aunes be-