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Kanton zusehends schlimmer und da seine Bevölkerung seit an-fangs des Jahrhunderts sehr bedeutend d. h. um ungefähr einenDrittel zugenommen und die Entwicklung der Industrie .ihren Höhe-punkt anscheinend überschritten hatte, so konnte es nicht fehlen,,dass die in andern Kantonen seit einiger Zeit ausgegebene LosungAuswanderung auch in den in Mitleidenschaft gezogenen Kreisenunseres Landes zündend einschlug, umsomehr als die Geschichte deaXVII. und XVIII. Jahrhunderts glaubhaft macht, dass in dem Glarnerneben der offenbaren Anhänglichkeit an die heimatliche Scholle-auch noch ein gutes Stück altgermanischer Reiselust schlummert.War, soweit dem Verf. bekannt, in der Krisis um die Wende des-Jahrhunderts von Nordamerika keine Rede gewesen — wohlschon wegen der beständigen Störungen im Schiffahrtsverkehr — rso richteten sich diesmal die Blicke fast selbstverständlich nachder grossen, dünn bevölkerten und im übrigen durchaus konsoli-dierten Schwesterrepublik über’m Ozean; daneben sprach man,eine Zeit lang ernstlich auch von Algerien, dessen Eroberungdie französische Regierung 1830 eingeleitet hatte und wohin sienun europäische Kolonisten lenken wollte. Wenn auch die „GlarnerZeitung“ das leicht erregbare Glarnervolk warnte, so schnell nachden für die Industrie „glorreichen“ 1830er Jahren den Mut zuverlieren, so vertrat sie daneben von Anfang an energisch denStandpunkt, dass die Behörden der Auswanderungsfrage alle Be-achtung schenken und verhindern sollten, dass die AuswandererGefahr liefen, in der Fremde im Elend zu verkommen; schon da-mals empfahl sie die Bildung grösserer Auswanderer-Gesellschaften,vorgängig jedoch möglichst genaue Erkundigungen bei Schweizernin Nordamerika, wo sich deren in den vorangegangenen Dezennien,anscheinend schon eine ziemliche Zahl angesiedelt hatten. GegenEnde des Jahres erschien nun in Aarau eine Flugschrift „DieGründung von Neuhelvetia“, worin ein aus dem Eisass zugewan-derter Bürstenbinder Andreas Dietsch die Bildung einer grossenSchweizerkolonie im Staate Missouri anregte und zwar auf reli-giöser Grundlage mit Gütergemeinschaft, nach Art der Brüder-gemeinde der ersten Christen, wodurch den Uebeln der alten Welt,„wo bald Keiner mehr dem Andern die Sonne gönnen mag“, ab-geholfen wäre. Durch Inserate in der „Neuen Glarner Zeitung“