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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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■{erstmals unterm 24. Januar 1844) gelangte dieses Schriftchen,welches zugleich schon die Statuten für eine solche Unternehmungund eine Einladung zur Beitrittserklärung enthielt, auch in unsererGegend zu starker Verbreitung und half dazu, das Auswanderungs-fieber zu steigern. Den darin ausgesprochenen, teilweise utopisti-schen Ideen konnte die „Glarner Zeitung“ natürlich keinen Ge-schmack abgewinnen und riet, wenn doch ausgewandert sein müsse,■so mache man es wie die Männer von Weisstannen, die vorkurzer Zeit ein Neu-Mels gegründet hätten, und unternehmedie Gründung eines Neu-Glarus, unter Mitwirkung der heimat-lichen Behörden und unter Vermeidung von phantastischem oder-abenteuerlichem Beiwerk. 1 ) Inzwischen lauteten die Berichte überdie zunehmende Armut, besonders in Engi, Matt und Linthal,immer bedenklicher und ebenso Hessen sich aus Rüti und Dies-bach laute Klagen über die eingetretene Verdienstlosigkeit ver-nehmen. Bald griff die Bewegung auch in sonst besser situierteGemeinden über und der erste Schritt, welcher den Stein insRollen brachte, ging von Ennenda aus, wobei der Sache ein komi-scher Beigeschmack nicht fehlte. Mit der Unterschrift „MehrereAuswanderungslustige“ erging nämlich in einem Inserat der „NeuenGlarner Zeitung“ die Einladung, sich Sonntag Nachmittag den-24. März 1844 beim „Schwarzen Adler“ in Glarus einzufinden, umüber die Gründung eines „Neu-Glarus im Staate Missouri“ zu be-raten. Es fanden sich gegen 120 Personen ein; nur von den Ein-ladenden war keine Spur zu sehen. Unwillig darüber holte man-den Verleger J. Vogel herbei, welcher alsdann einige Bürger von.Ennenda als Einsender bezeichnete, sich aber weigerte, deren

*) Was aus der von Dietsch angeregten Gründung geworden ist, istuns nicht bekannt; wir lesen nur in der „Glarner Zeitung“ vom 11- Mai 1844:„Gestern verliess abermals eine aus 8 Personen bestehende Familie aus derGemeinde Engi unser Vaterland, um sich der nach Missouri auswanderndenA.arauer-Gesellschaft anzuschliessen“. Andere folgten dem Rufe eines LehrerMathas Kundert in Glarus, welcher, als neubestallter Besitzer einer Waldungam Hudson oberhalb Albany, mit Inseraten vom 20. März und 24. April 1844in der „Neuen Glarner Zeitung“, Associes und Kolonisten anzuwerben suchte.

Die ersten Auswanderungsagenturen thaten sich, wie natürlich, in derGrenzstadt Basel auf. Nach Anzeigen in der „Neuen Glarner Zeitung“■dürfte dies erstmals im Juni 1845 erfolgt sein. Erster Unteragent in hiesigem-Kanton wurde Sensal Frid. Beglinger in Mollis.