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Joh. Michael Görig oder Gerig von Mülhausen. Derselbe warums Jahr 1798 als Modelstecher ins Land gekommen, arbeitetein mehreren Fabriken und schliesslich auch in derjenigen vonPeter Brunner. Hier wurde er nun, vielleicht noch von PeterBrunner selbst, als Gehilfe in die Geheimnisse der Kolorie ein-geweiht, so dass er dessen Nachfolge in der Farbküche antretenkonnte. Als findiger Kopf arbeitete er sich rasch in das neueFach ein, erhielt ab und zu jedenfalls auch Rezepte von Bekanntenin Mülhausen und machte sich unter den hiesigen Koloristen einengewissen Namen. 1828 gelang es ihm, die krappbraunen Tüchernicht nur durch Aufdruck der Beizenfarbe, sondern auch durchAetzen des gebeizten Grundes herzustellen. (Das viel wenigerschwierige Aetzen reiner Thonerdebeizgründe zur Erzeugung vonRotboden mit Aetzweiss wird bei Egid. Trümpy und beiF. & J. H. Glarner schon ums Jahr 1809 erwähnt). Als 1829/30der Krapp auf ungefähr das Doppelte seines gewöhnlichen Preisesstieg, ersetzte er denselben teilweise durch eine Mischung vonLimaholz und Quercitronrinde. Da diese Zusätze indessen die„Rasenbleiche“ (das Schönen des Weiss nach dem Färben) nichtso gut aushielten, fanden sie erst in den 1840er Jahren in denhiesigen Fabriken allgemeine Verbreitung, als man gelernt hatte,die Chlorbleiche nicht nur für weisse, sondern auch für gefärbteDruckwaren anzuwenden 1 ) und als zugleich die „Garancine“erfunden war, welches Krapp-Präparat sich zum Mischen mit densog. Farbhölzern besser eignete.
Gleichzeitig mit andern Fabriken erstellte Gerig Ende der1820er Jahre auch Uni-Chromgelb und -Chromorange gefärbteund weiss geätzte Tücher (vgl. S. 212), sowie die wenig ächten,aber damals neuen Levantiner - Ghäles, ein Artikel mit Tafel-druckfarben. 1836 trat an Gerig’s Stelle der nachmalige erstezürcherische Kantonalbank-Präsident, dann Nordostbahn-Direktor,Heinrich Studer (1815—1890). Derselbe, ein Sohn des Baumwoll-
’) Wie S. 125 T. I mitgeteilt, war man in mehreren glarnerischenBleichereien für die rohen Stücke schon in den 1820er Jahren zur Chlor-bleiche übergegangen; es gab aber noch in den 1830er Jahren Druckfabriken,welche den Bleichern, speziell für die in Krapp zu färbende Ware, die alteRasenbleiche vorschrieben, zur Vermeidung der sog. Kalkflecken.