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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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Jenny und Caspar Jenny wechselten viele Jahre mit einander halb-jährlich in der Führung der Filiale in Lugano (Lauis) ab. Ratsherrund Schulvogt Caspar Jenny (1812—-1860), der einzige Sohndes Gründers der Firma, hatte sich ebenfalls mehrere Jahre inderselben, teils in der Farbküche, teils bei der Kontrolle der ausder Handweberei kommenden Rohware bethätigt; von der poli-tischen Bewegung der 1830er Jahre mächtig ergriffen, fühlte erjedoch immer unwiderstehlicher den Drang in sich, seine ganzeLebenskraft dem Dienste des engern und weitern Vaterlandes zuwidmen und so nahm er denn 1842 den Austritt, obwohl ihm dasaufblühende Geschäft in materieller Hinsicht verlockende Aus-sichten geboten hätte. 1 )

Da man an dem baldigen Untergang der Handweberei jelänger je weniger zweifeln konnte, errichtete die Firma 1846/47eine mechanische Spinnerei und Weberei in Haslen. DieSpinnmaschinen (zirka 12,000 Spindeln) samt Vorwerken liefertenJ. J. Bieter & Cie, in Winterthur, die 300 Webstühle Caspar

*) Wie bekannt standen damals die Regierungen der rein-katholischenKantone unter dem Einfluss der Jesuiten, welche das Erwachen desnationalen Empfindens im Volke darniederhalten und die in der Not derRevolutionszeit etwas gemilderten religiösen Gegensätze von Neuem ver-schärfen wollten. Caspar Jenny schlug sich mit Feuereifer auf die Seitederjenigen Männer, welche auf ihre Fahne geschrieben hatten, „jetzt odernie“ der Schweiz mehr Einheit im Innern und eine geachtete und unab-hängige Stellung nach Aussen zu verschaffen und die geistige und materielleWohlfahrt des Volkes durch eine obligatorische Schulbildung zu fördern. Ansich eine nichts weniger als gewaltthätige Natur, schreckte auch er selbstvor dem äussersten Mittel, dem Bürgerkriege, nicht zurück, um endlich denBann, unter welchem ein Teil der katholischen Miteidgenossen stand, zubrechen. Es war ihm vergönnt, als Landammann und Tagsatzungsabgeordneterdas Seinige an der Gründung des neuen Bundes beizutragen, wobei ihn seinvon Vorurteilen freier Geist und seine enge Fühlung mit dem Volke, wiedie spätem Ereignisse bewiesen, bei wichtigen politischen und administrativenEntscheiden meistens das Richtige treffen liessen. Seine hinreissende (hie undda etwas überschwängliche) Rede und sein glühender Patriotismus hattenihn beim Volke ausserordentlich beliebt gemacht; er war indessen bescheidengenug, in den ruhigem Zeiten der 1850er Jahre die Leitung unseres engemStaatswesens nach und nach in die Hände der zwei klassisch gebildeten MännerStänderat Dr. J. J. Blum er (1819—1875), nachmals Bundesgerichtspräsident,und Landammann Dr. Joachim Heer (1825—1879), nachmals Bundes-präsident, neidlos übergehen zu sehen.