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lieh eine Menge deutscher Flüchtlinge, meistens gebildete Männer, in dieSchweiz gebracht, und da dieselben irgend ein provisorisches Unterkommen•dankbar ergriffen und Herr Dr. Jenny meine Missbegierde kannte, rieth■er mir, einen solchen ins Haus aufzunehmen. Dies that ich auch; HerrHahn von Lindau blieb 2 7» Jahre unter meinem Dache und unterrichtetemich, anfänglich wie einen Schulknaben, in den Elememtarfächern, dann■aber in Buchführung, Wechsellehre, Literatur, Geschichte und namentlichauch in Französisch, welch’ letzteres mich in den Stand setzte, meine Ge-schäftsreisen nun auch nach der französischen Schweiz auszudehnen. Daes inzwischen stets etwas vorwärts gegangen und ich auch in den Genussvon etwas Frauengut gekommen war, entschloss ich mich 1851, von denGebr. Zweifel, Pfister, in den „Ingruben“ bei Glarus eine alte Mühle zukaufen und dieselbe in eine eigentliche Fahrik mit Dampfkessel und allenübrigen nötbigen Einrichtungen zu verwandeln und daneben auch einenTröcknethurm zu errichten. Ein Jahr darauf konnte ich die Uebersied-lung in das neue Anwesen, das 32 Drucktische enthielt, vollziehen. DieFirma hiess Rad. Becker & Cie., da ich schon einige Jahre vorher denStecher Fridolin Oertli (1808—1890) als Compagnon aufgenommenhatte; derselbe lag der Modelstecherei mit grösstem Fleisse ob und musstemich im Falle meiner Abwesenheit auch in der Farbküche vertreten, wo-durch er einige Kenntnisse in der Kolorie erwarb. 1855 erhielten wirvon Herrn Berberich, Inhaber einer Grosshandlung (und zugleich Bürger-meister) in Säckingen, mit welchem wir schon seit Jahren in Geschäfts-verkehr gestanden hatten, die Anfrage, ob wir uns nicht bei einer zugründenden Baumwolldruckerei in der Weise betheiligen würden, dass erdie Kapitalbeschaffung und die kaufmännische Leitung übernähme, währendder eine von uns die Fabrikation (Stecherei und Colorie) einzuführen hätte.Wir schlugen ein und so kam dann zwischen den Herren Berberich (Vaterund Sohn) und einem Hofrath Berberich sowie uns Beiden ein Vertrag zumBau der Druckerei „im Hammer“ bei Säckingen zu Stande. Herr Oertlisiedelte nach einigen Monaten nach Säckingen über, mag dort etwa 20 Jahregeblieben sein und privatisirte dann bis zu seinem Tode in Basel. 1 ) Ichhingegen trat nach wenigen Jahren aus der Societät wieder aus, führte-aber auch das Geschäft in den Ingruben nicht mehr lange fort. Wennwir auch eine Anzahl recht ordentlicher Jahre gehabt hatten und unserEtablissement samt Vorräthen ganz unser eigen nennen konnten, so mussteich doch am Ende der für die Glarner Industrie günstigen 1850er Jahreerkennen, dass die Umstände im Begriff waren, sich für die kleinen Fabrikennicht günstiger, sondern eher noch schwieriger zu gestalten. Diese Ueber-izeugung und einige andere widrige Erlebnisse verleideten mir die Druckerei
’) In der Folge wurde noch Weberei hinzugefügt und fand auch eineTrennung statt, da gegenwärtig in Säckingen, soweit dem Verf. bekannt,zwei Firmen Berberich existieren, welche in ansehnlichem Umfang Baum-'wollweberei und Rouleaux-Druckerei betreiben.