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für den Druck) zu glätten. Die Farben wurden in der Küche des Wohnhauses,gekocht. Mein Druckermeister war Herr Sebastian Jenny ] ) geb. 1832;nach „Feierabend“ half mir derselbe oft bis tief nach Mitternacht, die inBeizenfarbe gedruckten und gelagerten (oxydirten) Stücke im Kupferkessel» des Gemeindewaschhauses zu färben. Meine Produkte, fast ausschliesslich
zweiseitig gedruckte krapprothe Taschentücher („Uso Lino“) und ein-seitig gedruckte krapprothe „Foulards“ gelangen ganz ordentlich; zumTrocknen wurden sie theils im Giebel des Stalles an einem sog. „Rechen“,,häufiger aber längs der Mauer des „Pfarrhaushöschetli“ aufgehängt unddem Rande nach mit Steinen beschwert. Für die mit starkem, beidseitigemGlanz auszurüstenden Stücke musste ich die Gefälligkeit eines Fabrikantenin Glarus in Anspruch nehmen. Als ich auch tafelfärbige Artikel (Uni-graue „Fränseli“ mit bunten Aetzfarben) aufnehmen wollte, gab es aller-dings hie und da verflossene Waare, da ich keinen Auswindkessel besassund die im benachbarten Bächlein gewaschenen Stücke nur „am Stud“ aus-winden konnte. Nur einmal gelang es mir, Stücke mit ausgeflossenen Farbenals nagelneuen „Ombre“-Artikel an Mann zu bringen. In den ersten Jahrensetzte ich den grössten Teil meiner Produkte in der deutschen Schweizab, indem ich alljährlich zu Fuss mehrere Reisen, namentlich nach denUrkantonen und dem Luzernbiet, unternahm; im Verhinderungsfälle sandte,ich meinen obgenannten Druckermeister aus. Da ich meinen Verkehr auchnach dem Ausland ausdehnen wollte, die hiesigen Handelshäuser aber schonlängst eigene Druckereien besassen, wandte ich mich an ein mir von früherher bekanntes Exportgeschäft in St. Gallen, das ich nun fast allmonatlicheinmal besuchte. Meine Verhältnisse waren aber noch immer derart, dass,ich, wie man sagt, von einem Ast auf den andern springen und, um michflott zu erhalten, meine physischen und geistigen Kräfte auf’s Aeusserste-anspannen musste. Beweis dafür mag die Angabe sein, wie ich jeweilendie Tour nach St. Gallen machte: Gewöhnlich an einem Dienstag Abend,wenn ich den ganzen Tag gearbeitet hatte, machte ich mich auf den Weg,wobei mich Sturm, Schnee oder Regen niemals abhalten konnten; nachts.2 oder 3 Uhr kam ich in S. Peterzell an, ass den mitgenommenen „Mutsch“Brod und eine Batzenwurst und ruhte mich in der Wohnstube des dortigenNachtwächters, mit welchem ich Bekanntschaft gemacht hatte, etwas aus;dann gings weiter nach Herisau u. s. w. bis ich morgens 8 oder 9 Uhrtodmüde in St. Gallen anlangte, wo ich nun den Tag über meine Geschäfte,besorgte; gegen Abend gings in der gleichen Weise wieder heim, wo amDonnerstag Morgen in der Färberei etc. wieder die gewohnte Thätigkeit,meiner wartete. — Im Jahr 1848 bot sich mir unverhofft die Gelegenheit,dem von mir oft beklagten Mangel einer kaufmännischen und allgemeinenBildung einigermassen abzuhelfen; die Revolution im Badischen hatte näm-
1854 kam derselbe in gleicher Stellung zu den Herren GeirüderFreüler und wurde dann 1866 zum Gemeindeschreiber und Gemeindsverwaltergewählt.
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