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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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hübsch, kam viel billiger zu stehen als die damals ebenfalls sehrbeliebten baumwollenen Chäles mit ächtwollenenangeknüpftenFransen, und fand mehrere Jahre in Italien und 2—3 Jahrzehntein Indien und Südamerika ausgezeichneten Anklang. Schon 1844belief sich die Zahl der im Glarnerland bedruckten Tibet-Web-fransenstücke in die Tausende; denn ausserdem, dass die Fabrik„zu Löntschen“ mit der Erstellung von solchen vollauf beschäftigtwar, verkaufte beispielsweise die Firma Barth. Jenny & Cie. währendjenes Jahres bereits 16,000 Dutzend Chäles, 1850 noch 10,000 Dtzd. 1 )Ausser von den Mouchoirsfabriken wurden die Webfransentücherspäter auch von den Yasmasproduzenten in ihren speziellen Dessinsals Neuheit aufgenommen und in ziemlichen Mengen nach dem Orientabgesetzt, wo der Artikel sich noch heute in beschränktem Masseverkauft. Natürlich lieferte die mechanische Weberei in der Folgesolche Rohtücher ebenso gut wie die Handweberei; dagegen konntesich die englische Walzendruckerei, wie leicht begreiflich, desArtikels nicht bemächtigen, was der Glarner Industrie zu gute kam.

In den 1860er oder 1870er Jahren führte Fabrikant MartinKubli neben dem Handdruck auch Rouleauxbetrieb ein undwusste sich auch auf diesem Gebiete neben schon bestehendenArtikeln einzelne Spezialitäten zu schaffen, so z. B. durch Ueber-tragung der grobfädigen, schweren „Uso Lino“ oder „Uso Milano“auf Rouleaux, wodurch er die bisherige, mittelst zweiseitigemHanddruck erstellte Ware um Vieles unterbieten konnte.

Druckfabrik in Niederurnen. Aus dieser Ortschaft ist be-kannt, dass die Brüder Joh. Melchior und Balthasar Stein-mann Ende der 1820er Jahre unter der Firma „Steinmann & Cie.“eine kleine Druckfabrik errichteten. 1833 veranlassten dieselbenden seit 1828 aus der Firma Dinner & Tschudy 2 ) ausgetretenenund in Glarus privatisierenden Richter Balthasar Tschudy „im

’) Der Grund, warum letztgenanntes Haus anfänglich sich des Drückenssolcher ihm schon bekannter Webfransentücher enthalten hatte, mochte inder Befürchtung hegen, dass dieselben die gut rentierenden Chäles mit äch t-wollenen Fransen verdrängen würden.

2 ) Ygl. S. 304 T. II.