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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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werden, dass er eine neue, für die glarnerische Industrie währendlängerer Zeit wichtige Gewebesorte in Schwung gebracht hat;es betrifft dies die sog. „Tibet-“ oder „Fränselitücher“, dadurcherzeugt, dass innerhalb der Randfäden des Gewebes die Zettel-fäden einige Centimeter breit weggelassen werden und dass inanaloger Weise von Zeit zu Zeit eine entsprechende Anzahl Schuss-fäden ausfallen, wodurch abgepasste, an allen vier Enden mit„Webfransen'' versehene Tüchei entstehen. Das beschriebeneVerfahren ist bei weissen und farbig gewobenen Woll-Chälesschon seit undenklichen Zeiten, als Abschluss oder Verzierung der-selben, angewandt worden, wobei die Eigenschaft der Wolle, sichdurch gerippte heisse Eisen dauerhaft kräuseln zu lassen, gewöhn-lich benutzt wurde, den Effekt der Webfransen zu erhöhen. Dassanaloge baumwollene Webfransen-Chäles in den Zeugdruckereienfrüherer Zeiten erstellt worden wären, dafür konnte der Verf.keinerlei Anhaltspunkte ermitteln; dagegen fand sich erstmals ineinem Mülhauser Druck-Receptenschatz von 1830 eine genaueBeschreibung der Erstellung von solchen und zwar in sehr grosserBreite und orientalischem Geschmacke unter demselben Namen„Tibet-Chäles“, wie er später auch im Glarnerland gebräuch-lich wurde, als Nachahmung der ächtwollenen Tibet-Chäles. ImFernern geht aus der Korrespondenz der Firma Luchsinger & Streiffin Glarus hervor, dass dieses Haus 1835 baumwollene „Sciarpe“(Schärpen), ungefähr 1 Meter breit und IV 2 Meter lang, teils rotgefärbt, teils in fortlaufenden Dessins in Tafelfarben nach Art der„Orientales“ bedruckt, erstellte, welche auf zwei Seiten d. h. anden beiden Enden gewobene Fransen aufwiesen, und umdie gleiche Zeit verkauften auch Barth. Jenny & Cie. in Ennenda ge-bleichte (ungedruckte) Tibet-Chäles mit vierseitigen Webfransenin kleinen Posten nach Italien. Zu einem grossen Artikel wurdenjedoch die Webfransentücher erst durch Fabrikant Martin Kubli.Derselbe hatte 1841/42, während er also noch im väterlichen Ge-schäft arbeitete, Wollchäles mit vierseitigen Webfransen voneiner Reise zurückgebracht, liess nun ebenso solche baumwollenevon glarnerischen Handwebereien in 7 / 4 bis 10 / 4 Breite anfertigenund bedruckte sie in, jenen Woll-Chäles nachgeahmten „Fancy-“d. h. Palmen- und Blumendessins. Der Artikel präsentierte sich