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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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den Glarner Fabriken noch keine centralen Dampfkessel kannte,konstruierte man anfänglich kleinere kupfern e Apparate, die dannbald nicht nur zur Speisung der Dämpfekasten sondern auch zum

# Kochen der Farben und Apprete Verwendung fanden, währenddas Färben nach wie vor in über freiem Feuer geheizten Kupfer-kesseln geschah. Centrale schmiedeiserne Dampfkessel fanden,soweit dem Verf. bekannt, erst Ende der 1840er Jahre in GlarusEingang.

Die Levantiner-Chäles, welche sich in der ganzen, damalsmit Einschluss der Vasallenstaaten noch sehr umfangreichen euro-päischen Türkei, sowie in Kleinasien und Syrien verkauften, waren,wie schon gesagt, die Vorläufer der Yasmas oder Türkenkappen;indem wir auf letztere weiter unten im Zusammenhang zurück-kommen, verfolgen wir hier zunächst noch die Entwicklung derMouchoirs-Fabriken und erwähnen als neue Artikel der 1840er

; Jahre:

* 1. Die „Uso Tela“ oder „Uso Lino“, zweiseitig aufdickem Tuch in Krappfarben gedruckte, meistens 7/4 breiteNas-tücher, sowohl in weissbödigen als auch in gedeckten Mustern.Wie der Name andeutet, handelte es sich dabei um die Imitationeines Leinenartikels, der sich anscheinend schon längere Zeit einer

' gewissen Beliebtheit erfreut hatte 1 ), von welchem sich jedoch dieUebertragung auf Baumwolle bei uns nicht hinter das Jahr 1837 zu-rück verfolgen lässt. Die „Uso Tela“ wurden anfänglich ohneAppret,später häufig mit möglichst starkem Glanz, den man ihnen aufGlätte-maschinen mit Achatsteinen beibrachte, verlangt. In Ennenda be-

ä ) Rote und braunbödige Leinentüchel wurden, wie 8. 64 T. II be-merkt, schon im XVIII. Jahrhundert in England und anderwärts und zwarmeistens zweiseitig gedruckt; dagegen scheint es, dass die spätem ver-besserten Bleichmethoden und die Erfindung der Garancine den Artikelim 3. und 4. Decennium des XIX. Jahrhunderts wieder auf leben liessen undes ermöglichten, ihn auch weissbödig zu erstellen. Von Kurrer erwähntin seiner Druck-und Färbekunst (Wien 1849, Bd. II S. 147), dass die weiss-bödigen leinenen Battist-Tüchel für Damen, mit schmalen roten, braunenund violetten Käntchen noch immer ein herrschender Mode - Artikel seienund dass auch die zweiseitig gedruckten gedeckten Sacktücher von Lein-wand im Foulard-Geschmack noch immer häufig im Handel vorkämen.