Avignonner Garancine gezählt wurden im Totalgewicht von 7000Kilos ä durchschnittlich Fr. 4. 70 per Kilo netto = Fr. 32,000. —,daneben noch 62 Zentner Elsässer Krapp ä u fl. 31 1 / 2 und 22 ZentnerPfälzer Krapp ä n fl. 29 per Zentner.
3. Die „Lapis Grosbleu“, in der Fabrikation mit den„Waterloo mit Rot“ (S. 368) durchaus übereinstimmend, jedochunter Ersatz des Tafelrot durch gefärbtes Garancine-rot, wo-durch der Artikel bedeutend an Solidität gewann. Er scheint seinenUrsprung ebenfalls in Rouen gehabt zu haben, wurde um 1844nach Glarus verpflanzt und hier als Indiennes und Mouchoirs innicht unbedeutenden Mengen erzeugt.
4. Die „Schwarz mit Amarant“ wurden hergestellt,indem man die Stücke in Gallus- und dann in Eisenbeize prä-parierte, hierauf ausschliesslich in Limaholz färbte und nun aufdiesen (etwas rotstichigen) ganzschwarzen Stücken amarantroteBlumen und Ornamente herausätzte durch Aufdruck einer Farbe,welche ausser der Verdickung lediglich Chlorzinn, Zinnsalz undSalzsäure enthielt. Diese „Mi-deuil“ waren eine willkommene Er-gänzung der bisher bekannten (in Blauholz gefärbten) Deuil-Schwarz-boden mit ausgespartem oder geätztem Weiss.
5. Die „Uso Co stanz a.“ Eine Druckfabrik in Constanz(vielleicht diejenige von Herosee, S. 120) brachte wahrscheinlichEnde der 1840er Jahre einen Genre auf den Markt, der mitGlanzappret ausgerüstet, in gewissen Gegenden Italiens sehr be-liebt wurde und hohe Preise erzielte. Der schwarze Vordruckzeichnete elegante Blumen-Guirlanden vor, die sich oft an weit-maschigem Gitterwerk hinrankten; es folgte die rote Rentriere undder braune Boden und die Entwicklung dieser Farben im Garancine-Färbebad; daran schloss sich das nochmalige Einpassen einer Thon-erde-Beizenfarbe und Ausfärben in einer Mischung von viel Quer-citron und wenig Garancine, wodurch dieser letztere Eindruck inlebhaftem, rötlichem, sog. Krapp-Orange erglänzte, während diezuvor gefärbten Farben dabei unverändert blieben. Oftmals wurdeschliesslich auch noch Lila, Grün oder eine andere Applikations-oder Dampffarbe eingepasst und damit der Reiz dieser eigenartigenTücher erhöht.