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durch ein leichtes Säurebad. Dieses der Wollfärberei der Bleu deFrance (S. 209) nachgebildete Verfahren, das ein bis zum Er-scheinen der Anilinfarben unerreicht schönes Blau lieferte, scheintin Glarus nicht vor 1850/2 Eingang gefunden zu haben.
9. Verschiedene tafel-und dampffärbige Artikel, derenUrsprung z. T. schon in die 1830er Jahre fällt. Zu den wichtig-sten derselben zählten die 3—5 farbigen „Fancy“ (zu deutschPhantasie- oder Mode-Artikel), welche eigentlich nichts anderesdarstellten, als die „Palmen“ und „Orientalen“ von S. 371, je-doch auf kleinere Breiten (8/4, 7/4 und 6^/4) reduziert, in Weiss-fond und gedruckten Böden oder auch hellgrau oder rosa vor-grundiert, bald auf croisiertes, bald auf glattes, sehr häufig auchauf Webfransentuch gedruckt und in diesem Falle „Tibet“ ge-nannt (vgl. S. 351). Etwas andere Muster (geometrische Ornamentemit oder ohne Blumen, Figuren, Kriegsbilder u. dgl.), wiesen die„UsoSeta“ auf, welche, wie der Name andeutet, dampffärbigeSeidendrucke der damaligen Zeit nachahmen sollten und bei wel-chen es namentlich beliebt war, die Stücke in einem blass-stroh-gelben bis goldgelben Tone vorzugrundieren; diese hübsche, aufglattem Tuche gedruckte Ware, wurde stets mit Cylinderappretausgerüstet. Sowohl von den Fancy als auch den Uso Seta druckteman auch 4/4 „Fichus“ d. h. auf 8/4 breite Stücke zwei untersich im Muster verschiedene Kindertüchel nebeneinander (vgl.S. 306). Eine Hauptrolle bei den neuen Dampffarben spielten dasfeurige und reine „Königsblau“ (zinnhaltiges Ferrocyanblau) unddas analoge Dampfgrün, auf welche wir schon S. 222 aufmerk-sam gemacht haben. Mit Königsblau war, besonders bei Figuren-bildern, oft nichts als Weiss und Schwarz kombiniert.
10. Die Erfindung der Albuminfarben für weissbödigeArtikel ist mit der Herstellung des künstlichen Ultramarinsenge verknüpft. Nachdem letztere 1828 den Chemikern Ouimetin Berlin und Gmelin in Tübingen, als Folge der gemachten ge-nauen Analyse des natürlichen Lapis Lazzuli, gelungen war, fanddiese reinblaue und feurige Mineralfarbe vorerst in der MalereiAnwendung. Schon 1834 begann jedoch die Firma Blondin, Baum-wolldruckerei in La Glaciere bei Paris, das Ultramarin mit Ei-
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