weiss angerührt aufzudrucken und die Farbe durch siedendesWasser oder leichtes Dämpfen (d. h. durch die Coagulierung desAlbumins) zu fixieren. Indem sie strengstes Geheimnis über dasVerfahren bewahrte, hatte sie mit der neuen Farbe in Cravatten,.Mouchoirs und Nouveautes verschiedener Art grossen Erfolg. 1844wurde es nach Mülhausen übertragen und fand von da an raschin aller Welt Eingang. 1 ) Man beschränkte sich nun nicht aufUltramarin allein, sondern dehnte es auch auf Bleimennige, Chrom-gelb, Ocker und künstliche Farblacke aus. Diese neue Körper-farbendruckerei war der frühem mittelst Leinöl (S. 18 u. ff.)in vielen Beziehungen überlegen, so in der Schärfe des Druckes(besonders für Rouleau-Ware), in der Raschheit und Einfachheitder Fixation u. s. w. Auch im Glarnerland war sie 1848/9 schonbekannt und es wurde namentlich in „Mignonettes“ und andernweissbödigen Artikeln die Kombination von Ultramarinblau undMiniumorange sehr beliebt, wobei man in den weissen Bödenoft noch ein helles Eisen-Nankin einpasste. — Eine ungleichgrössere Wichtigkeit erlangte jedoch die Eiweissfarbendruckereiim Eisass, teils für gewöhnliche Indiennes, Chemises etc., beson-ders aber zur Erstellung bedruckter Jaconas und Organ dis fürBall- und Sommer-Kleider. Da solche feine und durchsichtigeStoffe möglichst wenig verzogen und bearbeitet werden durften,konnte es für sie nichts praktischeres geben als die Albumin-farben, welche nach dem Dämpfen keine Wascherei, sondernnur eine leichte Chlorierung veriangten und trotzdem sehr licht-ächt und gut waschächt waren. Diese reizvollen buntblumigenProdukte erfreuten sich denn auch in den 1850er und 1860erJahren in Europa und Amerika eines grossen Erfolges, woraufwir schon S. 130 aufmerksam gemacht haben. Eine wichtige Er-gänzung der betreffenden Farbenscala erfolgte 1859 durch die Her-stellung des ebenso schönen als ächten Guignet-Grün (beson-dere Modifikation von Chromoxydhydrat).
Wie wir schon früher angegeben, bestand die grosse Masseder glarnerischen Produktion in Mouchoirs und Chäles, da dieKonkurrenz in Indiennes und Meubles mit den englischen Fabriken
0 Vgl. „Dollfus-Ausset’s „Matöriaux“ Bd. I S. 21 u. 368.