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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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Gelegenheit bot, da man eben mit den primitiven maschinellenEinrichtungen nicht im Stande war, die aus der Druckerei kom-menden Warenmengen zu bewältigen. In solchen Periodenwurde die heutige Normalarbeitszeit dann allerdings bedeutendüberschritten.

3. Handstecher: In jenen Zeiten, da der Maschinendruckim Glarnerland noch eine durchaus untergeordnete Rolle spielte,bildeten die Handstecher (d. h. die Verfertiger der hölzernenHanddruckmödel) unter den in den Druckereien beschäftigtenArbeitern die bestbezahlte Klasse; auch zeichneten sich Vieleunter denselben durch vorzügliche Leistungen, die sogar an Welt-ausstellungen prämiert wurden, aus. (Heutzutage müssen dieAnforderungen, welche man an die „Graveure“ und „Moletteure“stellt d. h. an diejenigen, welche sich mit dem Gravieren vonKupferdruckplatten und Metallwalzen abgeben, als in verschie-denen Beziehungen noch höherstehend bezeichnet werden). EinHandstecher musste früher eine Lehrzeit von 4 (jetzt noch von3 bis 2) Jahren durchmachen und erhielt während derselbenwöchentlich im ersten Jahr 25 ß, im zweiten 40, im dritten50, im vierten 75 ß. Die gelernten Stecher, welche mit Aus-nahme der „Filzer“ und „Flicker“ stets nur Akkordarbeit ver-richteten, brachten es bei normaler Beschäftigung während einerPeriode von 4 Wochen zu folgenden Zahltagen (Arbeitszeit wiebei den Druckern):

Holzstecher von Vordruckmödeln bei mittlere Leist-ungen fl. 30—35; es war jedoch keine Seltenheit, dasstüchtige Leute es bei voller Beschäftigung auf fl. 60—70d. h. auf das Doppelte brachten.

Holzstecher von „Rentrieren“ und „Böden“ (etwasweniger schwierige Arbeit) fl. 20 — 30.

Filzer (d. h. diejenigen, welche Filzlappen ausschneidenund in die schweren Partieen der Mödel versenken)fl. 24—27.

Messing Stecher d. h. solche, welche dünne, gerade undgekrümmte Messinglamellen in die Holzmödel ein-schlagen und damit die für Holzgestech allzu feinenLinien und Ringe der Zeichnung wiedergeben, verdienten