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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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fl. 50—60, hatten aber das Messing (wovon sie für diegleiche Zeit für ca. 10 fl. verbrauchen mochten) zu liefern.

Die Picötierer, damals die einzigen weiblichen Stecher,,hatten kleine Messingstiften einzuschlagen, welche diemehr oder weniger dicht stehenden Punkte (Schattie-rungen) in der Zeichnung reproduzierten; sie verdientenfl. 15-20.

Wie aus dem Zitat von S. 388 u. ff. hervorgeht, hatte esden Anschein, als ob 1836—1840 ein Höhepunkt in der Blüteder glarnerischen Druckindustrie erreicht worden sei, der kaumje wiederkomme, indem eben die folgenden Jahre eine nicht un-erhebliche Abnahme in der Produktion brachten. Eine indu-strielle Krisis bedrückte die Schweiz fast während der ganzenPeriode von 1841—1850. Die Ursachen derselben lagen in denschlechten Getreideernten 1 ) und den politischen Wirren,die in unserm Yaterlande und in mehreren andern Staaten Eu-ropas sich ablösten, in der industriellen UeberProduktion,die sich in Grossbritannien infolge der allzu rasch emporge-wachsenen Maschinenspinnerei und -Weberei und der Rouleaux-druckerei eingestellt hatte, besonders aber in dem bedeutungs-vollen Ereignis des Zusammenschlusses der schon seit 1828 be-stehenden preussisch-hessischen und württembergisch-bayrischenZollvereinigungen zum Deutschen Zollverein, auf 1. Januar1834, welchem im Laufe der nächsten 20 Jahre alle deutschen

*) In der Schweiz und speziell auch im Kanton G-larus erregte unterder Arbeiterbevölkerung eine 1845 und 1846 auftretende verheerende Kar-toffelkrankheit die grössten Besorgnisse, da sie mit einer Teurung derBrotfrüchte im allgemeinen zusammen fiel. Um die nach der Ernte in denKellern rasch faulenden Kartoffeln zu retten, wurden an manchen Ortenöffentliche Dörröfen errichtet; auch sahen sich die Gemeinden veranlasst,von sich aus fremde Kartoffeln, Reis und Korn, namentlich aber Türken-mehl zu beschaffen und zum oder unter dem Selbstkostenpreise abzugebenund vorübergehend Speiseanstalten einzurichten. Als 1847/49 der Absatzder industriellen Produkte wegen der politischen Wirren stockte, unter-nahmen einzelne Gemeinden auch Urbarisierungsarbeiten und andere „Ge-meinwerke“.