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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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welches sich für Arbeiten, die mehr Geduld und Handfertig-keit als erhebliche Muskelthätigkeit erfordern, als besonders ge-eignet erwies; es betrifft dies z.B. das „Illuminieren“ vorgefärbter j

Waren d. h. das Eindrücken gewisser Farben in Stücke, die schon 4

einmal Reserven- oder Beizendruck und den darauffolgenden Färbe-prozess durchgemacht haben und daher im Gewebe und ebenso in■der darauf sichtbaren Yor Zeichnung („Vordruck“) verzogen sind.

Nach Dr. v. Kurrer’s „Geschichte der Zeugdruckerei“ (Nürnberg1840) duldeten die englischen Drucker nicht, dass ihre Frauen undTöchter in den Druckstuben arbeiteten, womit sie ein Herabgehenher Drucklöhne glaubten verhindern zu können; in Schottlandsetzten es die Fabrikanten erst um 1834 durch, Frauen im Hand-druck beschäftigen zu dürfen; um diese Zeit war aber die Blüte-zeit der englisch-schottischen Handdruckerei schon vorbei, indemdie mit den Rouleauxmaschinen erzeugte Menge diejenige an Hand-druckware schon bedeutend überstieg. Das Drängen der englischenGrossindustrie nach maschinenmässiger Massenproduktion und derdamit im Zusammenhang stehende Niedergang der dortigen Hand- *

druckerei gereichte bis zu einem gewissen Grade dem Glarner-lande zum Vorteil, indem sich seine Fabriken mit umsomehr Erfolgauf gewisse Spezialitäten werfen konnten, welche damals in derDomäne des Handdrucks lagen und es zum Teil heute noch sind.

3. Während eine ganze Anzahl kleinerer Druckfabriken inZürich, Thurgau und Aargau ihren Hauptverschleiss in Süd-und Mitteldeutschland hatten und somit durch die Entstehung desdeutschenZollvereinsin relativ kurzer Zeit kalt gestellt wurden,hatten die Glarner daneben schon längst Italien und daraufhin dienordischen und verschiedene überseeische Länder als Absatzgebiete■erschlossen und waren im besten Zuge, die ganze unter türkischerHerrschaft stehende Levante zu „erobern“. Ein weiterer für ihreschweizerischen Konkurrenten ungünstiger Umstand lag darin, dasssie sich vorwiegend mit der Erstellung von „Indiennes“ (Rouleaux-

in den Druckstuben zu mindestens einem Drittel vertreten war; in den1850er Jahren betrug dieser Anteil je nach den in den betreffenden Fabriken•erstellten Artikeln etwas mehr oder etwas weniger als die Hälfte des ge-samten Druckerpersonals.