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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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noch heute im Orientgeschäfte, in Firma Jenny & Vock, in Salonichthätig.

Ueber die Yasmasfabrikation als solche möge hier nochfolgendes erwähnt sein:

Die Rohtücher, handgewobene „Mi-doubles“, wurden an-fänglich aus den Kantonen Appenzell und St. Gallen bezogen; vomEnde der 1840er Jahre bemächtigten sich die mechanischenWebereien der Kantone Glarus, Zürich und St. Gallen 1 ) des Artikelsund in der Folge trat auch die englische Konkurrenz auf den Plan;während letztere anfänglich nur für die extrafeinfädigen oder extra-dichten Sorten in Betracht kam, lieferte sie später schwere Mengenauch von den „ordinären oder II da Midoubles“ und den „Flörli“.Dass in manchen türkischen Provinzen auch die Webfransen-tücher einen erheblichen Verschleiss erzielten, haben wir schonS. 352 erwähnt; überhaupt verwendete man später für die Yasmasneben den glatten ziemlich viel croisierte Mi-doubles.

In Beziehung auf die Dessins zeigen diejenigen aus derZeit von 1835—1845 in den einzelnen Formen ziemlich steife, inder Anordnung jedoch elegante Kompositionen, Stiele, Blätter undBlumen, seltener Früchte, mit ausserordentlich feinen, schwarzenoder braunen Umrissen (Vordrucken). Hie und da fanden auch

*) Von den st. gallischen Webereien erwähnen wir hier speziell die-jenige in Neuhaus bei Eschenbach, da sie von einem Glarner, HerrnGeorges Wild-Streiff (1824—1894) von Mitlödi, gebaut wurde. Derselbe waranfänglich in Strohhutgeschäften seiner Verwandten in Bordeaux und Paristhätig, verband sich dann mit Herrn Frits Diirst-Luchsinger von Mitlödi zurFabrikation von Strohgeflechten, wofür sie sich in Lachen einrichteten.Indem Herr "Wild offenbar durch seinen Schwager, Yasmasfabrikant B. Streiftin Oberurnen, auf die günstige Konjunktur in der Midouble-Weberei auf-merksam gemacht wurde, entschloss er sich 1857 in Neuthal eine mechanischeWeberei zu errichten; dabei beteiligte sich anfänglich auch ein Herr HeinrichTurthaler, welcher jedoch noch vor der Eröffnung des Betriebes starb. DasGeschäft zählte 1860 zirka 200 Stühle und erstellte lange Zeit fast aus-schliesslich für die Glarner Drucker sog. IIda Mi-doubles (in den Breitenvon 23—44 französischen Zoll), später auch „Flörli“, fagonnierte Mousselinesund mittelschwere „Rotfarbware“; inzwischen hat Herr Georges Wild Sohndie Nachfolge angetreten. — Herr Fritz Dürst begab sich nach der Geschäfts-trennung von 1857 nach Bremgarten und hat dort die Strohgeflecht-Fabrikation fortgesetzt.