491
kaufte das in Fluntern in unmittelbarer Nähe der Hauptstadt,gelegene, noch heute im Besitz der Familie stehende Gut Sonnen-bühl und entfaltete nun in seinem neuen Geschäftshause einestaunenswerte, von grösstem Erfolg gekrönte Wirksamkeit, diesowohl von seinem weiten kaufmännischen Blick und Geschickals auch von seinem rastlosen Fleisse Zeugniss ablegt. Neben demverhältnismässig weniger bedeutenden, kommissionsweisen Ver-kauf von Farbstoffen und Droguen, den er bis 1868 betrieb, wähltesich Herr Fierz als Spezialität die damals in starkem Aufschwung,begriffene Baum wo 11-Branche und befasste sich namentlich mitImport bezw. Export von roher Baumwolle, rohen und gefärbtenBaumwoll-Garnen, sowie rohen, gebleichten, gefärbten und ge-druckten Baumwoll-Tüchern. Indem er sich einerseits zum un-entbehrlichen Vermittler für den Absatz der Halbfabrikate zahl-reicher schweizerischer Spinnereien und Webereien aufschwang,,machte er anderseits die grössten Anstrengungen, den Verschleiss.der fertigen, gefärbten und gedruckten Waren nach dem Aus-land auszudehnen, indem er ganz Italien selbst bereiste, den Orientmit Einschluss Aegyptens und später, nach Inkraftreten der gün-stigem Handelsverträge, auch Frankreich, Deutschland und Oester-reich durch seine Reisenden besuchen liess und gleichzeitig über-seeisch, besonders nach Südamerika , bedeutende Geschäfte durchAgenten machte. Von der Mitte der 1850er Jahre an (bis 1863)d. h. in der Zeit, in welcher das Orientgeschäft eine besonderswichtige Rolle spielte, nahm Herr Fierz als Associe Herrn J. Rüegg-Raschle (später „ Rüegg-Blass “), welcher früher in Konstantinopel im Import und Export thätig gewesen war, in seine Firma auf.Auch zog er sich in seiner ausgedehnten Wirksamkeit einen Stab,tüchtiger junger Kaufleute heran, die teils als seine Angestelltenund Mitarbeiter ihr gutes Auskommen fanden, teils später in eigenenGründungen ihr Glück versuchten und dem Chef, der ihnen mitseinem Beispiel vorangeleuchtet hatte, für immer ein dankbares.Andenken bewahrten. Die Bekanntschaft und Freundschaft, dieer auf seinen Reisen via Lugano nach Italien mit einigen Glarner Industriellen geschlossen und die enge Fühlung, die er dadurchmit der glarnerischen Druckerei gewonnen hatte, trugen dazubei, dass die Produkte derselben während einigen Dezennien einen,