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lang jedoch erst dem persönlichen Einfluss und Willen Napoleon III. ,den Widerstand der in ihrer Mehrheit noch immer dem Prohibitiv-system huldigenden Handelskammern und des Corps legislatif zubrechen und durch den Handelsvertrag mit England vom 23. Januar1860 einer gemässigten Schutzzollpolitik Eingang zu verschaffen. 1 )
Haben wir in Obigem ausdrücklich das Eisass als wichtigstenSitz der feinem französischen Baumwolldruckerei (verbunden mithoch entwickelter Spinnerei und Weberei) genannt, so nahm da-gegen in der Erstellung billiger Baumwollwaren, und zwar so-wohl in Spinnerei, Garnfärberei und Buntweberei als auch inWeissweberei und Druckerei die Stadt Rouen und überhaupt dasDepart. de la Seine -Inferieure die erste Stelle ein. 2 ) Sodann hatteneben dem Baumwolldruck in Frankreich auch der Dampffarben-d r u ck auf Wollstoffen, dessen Anfängen wir S. 219 nachgegangensind, grosse Wichtigkeit erlangt. Stärker als im Eisass hatte sich der-selbe von 1814-1819 in Nordfrankreich (Paris, Beauvais und Amiens )sowie in England entwickelt, beschränkte sich aber vorerst aufdie Erstellung von Imitationen der Cachemires-Chäles (Umwurf-tücher) auf leichten, flanellartigen Geweben („Draps croises enlaine“) und von schweren Möbelstoffen und Teppichen. 3 ) Alssodann in den 1820er Jahren in England, Frankreich u. s. w. diemechanischeWollspinnerei grosse Fortschritte gemacht hatteund von dieser Zeit an namentlich ieichte und feine Kammgarn-
*) Dabei mussten auch prinzipielle Gegner zugestehen, das die Vor-arbeiten zu dieser Umkehr mit grösster Gründlichkeit vorgenommen wordenwaren; zu denselben zählten namentlich das in dieser Arbeit mehrmalszitierte “Werk „Histoire du Systeme protecteur en France“ von Pierre Clement und eine von der Regierung angehobene und in 7 Bänden niedergelegteindustrielle Statistik. Vergl. auch oben S. 492.
2 ) Genaueres hierüber findet sich S. 743, Bd. II von Montbrion’s „Dictionnaire •universel du Commerce“ (Paris , librairie Adolphe Delahays, 1850).
3 ) Seidenstoffe für Damenkleider wurden allerdings schon früher,besonders in England, im Grossen gedruckt, jedoch nach dem Mandarinage-Verfahren (S. 218) und mittelst Beizendruck und Färberei (S. 41 Anmerk. 1und S. 62). Dass sich daneben in manchen Fabriken Frankreichs und Eng-lands beim Seidendruck auch der Uebergang von den Applikationsfarben<S. 58) zu den neuen Dampffarben vollzogen hatte, ist kaum zu bezweifeln,sicher beglaubigt jedoch erst für das Jahr 1819 und zwar bei der FirmaHaussmann freres in Logelbach (Bull. Soc. Ind. de Mulhouse, Heft 32, S. 197).