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2. Die Farben werden auf der Perrotine wie beim Handdrucksatt und voll auf das Gewebe aufgetragen und dann von demselbeneingesogen, während die Rouleaux-Maschine sie mehr durchdrückt..
3. Die Perrotine kann so konstruiert oder geführt werden,,dass jede Druckform hintereinander zweimal abgeschlagen wird,,weshalb sie längere Zeit für 1—3farbigen Woll- undHalbwoll-druck als sehr praktisch befunden wurde; seitdem einerseits derHalbwolldruck sich vermindert und anderseits der Rouleauxdruckauf Wolle die S. 503 skizzierten Erleichterungen erfahren hat, hatihre Verwendung zu diesen Zwecken allerdings sehr nachgelassen..
Die unter 1 und 2 angeführten Vorteile machten die Perrotinefür das Bunt ätzen türkischroter Tücher und für Reserve druckmit darauffolgender Indigofärberei sehr tauglich. Für ersteres istsie noch heute im Gebrauch, während sie für letztem die Bedeutungim Indiennesdruck schon dann verlor, als Camille Köchlin (S. 140)1869 das Weissätzen und 1873 das Buntätzen der vorgefärbtenindigoblauen Tücher auf der Rouleaux-Maschine gelang. 1 )
Die Unvollkommenheiten der Perrotine liegen darin, dassdie Feinheit des Gestechs selbstverständlich weit hinter derjenigen,der vertieften Metallgravüre zurücksteht, dass die Gefahr, imDruck „Ansätze“ zwischen den Rapporten zu bekommen, in ziem-lichem Grade vorhanden ist und ferner, dass die möglicheRapportweite der Druckform in der Richtung der Länge des.Stückes sehr beschränkt ist; sie schwankt nämlich gewöhnlichbloss zwischen 7 und 21 Centimeter, was für die Zeichner oftrecht hinderlich ist; damit hängt zusammen, dass sich die Perrotinefür Mouchoirs-Druck sehr wenig eignet, indem beispielsweiseschon bei einem 60 Centimeter breiten Tuch die Stecherei auf dreiDruckformen oder „Hände“ (ä 20 cm) verteilt werden muss, so-dass man alsdann für einfarbige Muster eine dreihändige und fürzweifarbige Muster eine sechshändige Maschine in Anspruch zunehmen hat; da die Stecherei zugleich die ganze Fläche des Tuchesrepräsentieren muss (während beim Handdruck nur einen Bruchteil,
0 Die Weissätzfarbe enthält ehromsaures Natron, die Buntätzfarbenausserdem noch Albumin und säureächte Körperfarben; die Fixation und,Entwicklung erfolgt in einem schwefelsauren oder oxalsauren Bade.