durch Gypswalzen mit gegossenen und aufgehefteten Cliches zuersetzen. Die Leistungsfähigkeit einer solchen später auch imGlarnerland zur Anwendung gekommenen Maschine ist recht be-deutend, indem ein Arbeiter täglich 30—35 einhändig gedruckteStücke ä 60 Meter abliefern kann. Im Ganzen ist jedoch der Relief-Maschinendruck auf Zeugen in neuerer Zeit fast ganz verschwunden,,nimmt aber dafür im Tapetendruck 1 ) weitaus die erste Stelleein. Nachdem schon frühzeitig Versuche gemacht worden waren,,die englische Walzendruckmaschine für Zeuge nun auch für denDruck von Papiertapeten anzuwenden und nachdem namentlichden grossen Tapetenfabrikanten Potter brothers in Manchester 1840die Konstruktion einer leistungsfähigen Maschine mit vertieft gra-vierten Walzen gelungen war, stellte es sich mit der Zeit heraus,dass eine Druckmaschine mit erhabenem Gestech doch noch vor-züglichere Dienste leistet, teils weil bei den (meistens nach S. 31verdickten) Körperfarben der Tapeten die schweren Flächen-partieen gewöhnlich im Druck vorausgehen müssen, teils aus ver-schiedenen andern technischen Gründen. Nach dem „Buch derErfindungen“ 1898, Band VIII, S. 244 ist es dem KonstrukteurFerd. Flinsch in Oifenbach a./M. gelungen, solche Tapetendruck-maschinen mit Relief-Walzen bis zu 24 Farben zu bauen; diePlazierung so vieler Druckwalzen um die Trommel (Presseur) undder Umstand, dass das Fournieren der Farbe auf Jene mittelstWolltüchern ohne Ende, jedes aus einem besondern Chassisgespiesen, erfolgen muss, bewirken, dass der Trommeldurchmesser6 Meter beträgt und diese monstruöse Maschine somit vollständig2 Stockwerke einnimmt. Interessant ist auch die Art der Gravüre;da dieselbe sehr stark erhaben sein muss, erzeugt man das Musterauf den Druckwalzen (mit einem Kern aus Hartholz oder ge-presstem Papier) durch Einschlagen einer grossen Anzahl einzelnerMessingstifte, manchmal bis zu 40,000 Stück auf einer einzigenWalze! Soll eine ganze Fläche bedruckt werden, -so umgrenztman dieselbe mit schmalen Streifen aus Messingblech und fülltden innern Teil mit dickem Filz aus.
*) Vgl. über denselben S. 27 u. ff.