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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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Tab. IV bestätigt die bekannte Thatsache, dass die Eisen-bahnen in der Schweiz pro Kilometer um mehr als 50 % höhereFrachtansätze in Anwendung bringen als wie rheinabwärts diedeutschen Bahnen, welche mit bessern Terrainverhältnissen undbilligem Kohlen bedacht sind. Die Frachten an sich weisen, nachTab. III und IV, in den verschiedenen Perioden keine heftigenSchwankungen auf und haben sich successive für die Konsumentengünstiger gestaltet. 1 ) Trotzdem ist die Verteuerung, welchedie Grubenpreise durch den Transport erleiden, noch immereine sehr bedeutende; sie hat je nach den Zeitperioden undBezugsquellen für Basel zwischen 40 und 100%, für Glarus zwischen 80 und 150% geschwankt. Aus diesem Grunde sind hier-zulande die Fortschritte auf dem Gebiet der angewandten Elek-trizität seit Jahren mit wachsendem Interesse verfolgt worden.Für die direkte Heizung der Arbeitsräume, Trockentrommeln,Farbbäder u. s. w. werden zwar die Steinkohlen bezw. die Dampf-kessel in absehbarer Zeit unentbehrlich bleiben; auch zur Er-gänzung der Turbinen bei Wassermangel während kürzererZeit bietet die Dampfmaschine unleugbare Vorteile gegenüberandern Reserve-Motoren. Wo aber die Beanspruchung eine regel-mässige oder häufig wiederkehrende ist, muss es vom volkswirt-schaftlichen Standpunkte aus in hohem Masse begrüsst werden,wenn sich die heimischen, noch nicht ausgebeuteten Wasserkräftein Elektrizität verwandeln und nach Bedürfnis über das Land ver-breiten lassen. So sind denn in der Schweiz schon eine Anzahlbedeutender Elekrizitätswerke entstanden, sei es als Beleuch-tungsanlagen (mit schwachgespanntem Strom) oder für speziellemetallurgischeProzesse (Aluminiumgewinnung), für chemischeProdukte (Chlorate, Chlorkalk, Soda, Calciumcarbid ), für direktenmotorischen Betrieb von Fabriken und Werkstätten und fürTransportanstalten. 2 ) Da das Glarnerland noch einen reichenSchatz verfügbarer Wasserkräfte besitzt, dieselben aber ziemlich

‘) Speziell 1878/79 und hinwieder am 1. Oktober 1881 traten erheblicheFrachtermässigungen ein, unter letzterm Datum Fr. 11. — pro Waggon.

5 ) Unter den letztem benutzen allerdings mehrere elektrisch betriebeneals primäre Kraftquelle die Steinkohlen bezw. den Dampf, was volks-wirtschaftlich für die Schweiz nicht als Fortschritt betrachtet werden kann.