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gar angefochten und blieben vorläufig ohne weitere Folgen. 4 ) 1843bestätigte und ergänzte sie Äug. Wilh. Hof mann', 1818 in Giessen geboren und daselbst ein Schüler des grossen Liebig geworden,erhielt derselbe 1845 eine Professur am neubegründeten „RoyalCollege of Chemistry“ in London und erwarb sich hier bald denRuf eines ausgezeichneten Chemikers. Noch immer hatten aberjene „Farben-Reaktionen“ des Anilins * 2 ) und verwandter Körper
2 ) Erst viel später d. h. 1862 durch die Jury der Londoner Weltaus-stellung wurde die Priorität und Wichtigkeit jener Beobachtungen anerkanntund Bunge eine Verdienstmedaille verliehen; er pries sich glücklich, dassihn diese Nachricht noch lebend erreicht habe. Aehnliches war ihm nochin andern Fällen passiert ; so hatte er die Verwendung des „Paraffins “ (ausHolz- und Torftheer) zur Kerzenfabrikation jahrelang vergeblich empfohlen,bis sich plötzlich die Sache als sehr praktisch erwies und bedeutende Aus-dehnung annahm. (Siehe Dollfus-Ausset’s „Materiaux“ Bd. I S. 424 und 16).Nach Bolley-Kopp’s „Traite des mat. col.“ entdeckte Runge im Holzkohlen-theer 1834 auch das bekannte Antiseptikum „Carbolsäure “, das in derFarbenchemie später ebenfalls eine ziemliche Bedeutung erlangte; vomEnde der 1840er Jahre an bereitete daraus Quinon in Lyon , nach den An-weisungen des Chemikers Laurent, fabrikmässig die schon 1771 bezw.1779 von den Chemikern Woulfe und Weiter auf andern Wege entdeckte„Pikrinsäure“, ein die Seide schön schwefelgelb färbender, jedoch mitexplosiven Eigenschaften begabter Farbstoff. Nach S. 27 der für die Schweiz .1896er Landesausstellung von Dr. George F. Jaubert verfassten Broschüre„Historique de l’Industrie suisse des matteres colorantes artificielles“ machteWeiter schon 1779 darauf aufmerksam, dass die gelbe Farbe, weiche Seideund Wolle bei Behandlung mit Salpetersäure annehmen, grossenteils auf dieBildung von Pikrinsäure zurückzuführen ist; es ist somit anzunehmen,dass das in unserer Abhandlung S. 218 charakterisierte Buntätz- und Man-darinage-Verfahren schon in die 1780er Jahre zurückreicht und es hatte da-mit die Pikrinsäure, lange bevor sie fabrikmässig als solche erzeugt wurde,in jener Weise praktische Verwendung gefunden.
2 ) Der später definitiv angenommene Name „Anilin“ leitet sieb abvon Anü, der spanisch-portugiesischen Bezeichnung für Indigo ; er wurdedieser Substanz von dem Chemiker Fritsche 1841 beigelegt, weil derselbe siedurch Destillation des Indigos (bei Gegenwart von Kali) erhalten hatte. Hof-mann wies 1848 nach, dass sie identisch mit dem vorgenannten Krystallinund Kyanol sei; andere Chemiker (der Deutsche Mitscherlich, der Busse Zininund der Franzose Bechamp ) lehrten successive um jene Zeit, das Anilin(welches fertiggebildet im Steinkohlentheer nur in geringen Mengen ent-halten ist) aus dem billigen Benzol herzustellen, was in der Folge der Mög-lichkeit einer technischen Verwendung wesentlich Vorschub leistete.