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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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keine praktische Bedeutung gewonnen und doch sollte sein Namemit den bevorstehenden Entdeckungen enge verknüpft bleiben.Indem er sich nämlich einlässlich mit den aus dem Steinkohlen-theer ausgezogenen sog. aromatischen Verbindungen beschäftigte,versuchte er 1856 mittelst denselben die künstliche Erzeugungdes Chinins , veranlasst durch den Umstand, dass man damalsdie Ausrottung der Chinarindenbäume durch das in Mittelamerika eingerissene Raubsystem befürchtete. 1 ) Jene Versuche misslangen;dagegen entdeckte bei einer solchen Gelegenheit im Mai des ge-nannten Jahres sein Assistent, William-Henry Perkin , den erstenin der Praxis anwendbaren Anilinfarbstoff, das „Mauvein“ oder„Perkin’s-Violet“, welches bedeutendes Aufsehen erregte, vomEntdecker von 1858 an in der in der Nähe Londons neugegründetenchemischen Fabrik Perkin & Sons fabrikmässig erstellt wurde undnamentlich in den Färbereien gute Aufnahme fand. Indessenstiess Hofmann 1858 bei seinen Laboratoriumsarbeiten auf einein ihren Verbindungen mit Säuren prächtig carmoisinrote Farb-stoffbase, deren Darstellung nebst einigen Eigenschaften er am20. September 1858 in einer Abhandlung 2 ) veröffentlichte undwelcher er später den noch heute in der Wissenschaft gültigenNamen „Rosanilin“ gab. Seine Freunde drängten ihn, die Ent-deckung weiter zu verfolgen, sie patentieren zu lassen und indu-striell auszubeuten; als Mann der reinen Wissenschaft konnte er sichdamals dazu nicht entschliessen und überliess die Sache der Oeffent-lichkeit als Gemeingut. Darauf gelang einige Monate später demFranzosen Verguin, Chemiker in derFärberei Eenarcl freresS Francin Lyon , die Erfindung eines für die praktische Darstellung von Ros-anilin geeignetem Verfahrens, welches er seinen Prinzipalen ver-

*) Siehe hierüber und über das Folgende Dollfus-Ausset’s „Materiaux“Bd. I S. 223/4.

2 ) Der wichtigste Teil derselben findet sich abgedruckt in „Schützen-berger’s „Traite des mat. color.“ Bd. 1 S. 463. Zwei Jahre vorher hatte zwarder Chemiker Nathanson die Bildung einer blutroten Flüssigkeit aus Anilinunter ähnlichen Umständen in den „Annalen der Chemie und Pharmacie“namhaft gemacht; seine Mitteilungen waren jedoch nur wenig bestimmterals die weiter oben erwähnten Beobachtungen von Runge und Hofmann, sodass er den Ruhm, das Fuchsin entdeckt zu haben, Hofmann kaum streitigmachen kann.