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mit Weiss, oder nach dem Färben eventuell mit einem hellgelbenbis lachsfarbigen Grunde versehen) zu Anfang der 1870er Jahreeinen neuen Aufschwung, als ihn die Firmen Barth. Jenny & Cie.und Hefty & Tschudy, dem Beispiel der deutschen Druckerei Gramer Dfolgend, in neuen, schönen Rouleaux-Dessins in Italien und ander-wärts auf den Markt brachten. Nach mehreren Jahren einesvollen Erfolges trat ein plötzlicher und vollständiger Abbruch ein,als im Vorsommer 1876 eine schottische Druckerei in Sizilien undbald darauf in Italien mit Mouchoirs erschien, die ein viel leb-hafteres und zugleich solideres Rot, jedoch ebenfalls nach derAufdruckmanier (Anilinschwarz als Vordruck und Beizenrot alsRentrüre und als Bodenfarbe) erstellt, aufwiesen. Es konnte keinZweifel sein, dass es sich dabei um eine vervollkommnete An-wendung des künstlichen Alizarins handelte und dass damitmit einem Schlage sowohl der alte, obenerwähnte Krapp- oderGarancine-Artikel abgethan, als auch der vielbewunderte Türkisch-rot-Artikel, soweit es sich nur um Schwarz, Rot und Weiss han-delte, durch etwas viel einfacheres, doch ebenso gutes ersetzt war.Nachträglich stellte es sich heraus, dass die Entdeckung ursprüng-lich im Eisass und zwar in folgender Weise zu Stande gekommenwar * 2 ): Schon im Jahr 1860 hatte man in der Fabrik Gros, Roman,Marozeau & Cie. in Wesserling angefangen, für den Druck vonDampf-Anilinfarben die Baumwolltücher mit einer eigentümlichenOelpräparation zu versehen, welche man durch Behandeln vonOlivenöl oder Cocosnussfett mit Schwefelsäure erhalten hatte. 3 )Die dabei erzeugten „Sulfo-Oelsäuren“ können nämlich mit Al-kalien neutrale, wasserlösliche Verbindungen eingehen, welche
') Gegenwärtig heisst die Firma „Gesellschaft für Baumwoll-Industrievorm. Ludw. & Gust. Cramer“ in Hilden bei Düsseldorf .
2 ) Vgl. hierüber auch Laubers „Handbuch des Zeugdrucks“, Leipzig 1902, Bd. II Lief. I S. 12; ferner die Nekrologe über Horace Köchlin in der„Revue generale des mat. col.“ Bd. II S. 45 u. S. 159.
3 ) Die Idee dazu ist auf Prof. Runge zurückzuführen, welcher sieschon 1834 veröffentlichte und damit ein abgekürztes Türkischrot-Verfahrengefunden zu haben glaubte,- die Thatsache, dass er sich dabei sehr nahe amZiele befand, ist ein neuer Beweis für die Genialität dieses Chemikers, dessenArbeiten und Beobachtungen, wie schon S. 575 Anm. 1 angeführt, erst inspätem Zeiten volle Würdigung gefunden haben.
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