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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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608
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und zwar umso mehr als 1872/3 Martin Ziegler, Chemiker undKolorist in der Druckfabrik in Wesserling (S. 141) die Entdeckunggemacht hatte, dass nach einer Präparation der Baumwollstückein wasserlöslich gemachter Oelsäure, das „Dampf-Alziarin“ be-deutend lebhafter ausfiel und dem geschönten Fleur de Garance-Rot ungefähr gleich kam. *) Da es nun mit dem Dampf-Alizarinsowie mit Zuzug anderer Theerfarben möglich wurde, gleichzeitigfast alle denkbaren Farbentöne in seifen- und lichtechter Aus-führung zu drucken, konzentrierten sich die Indiennes-Fabrikenvon dieser Zeit an fast vollständig auf den Rouleaux-Druck,indem die Zahl der mit einander operierenden Druckwalzen stets-fort gesteigert wurde. Diesen Weg hatten die Manchester -Drucker für gewisse Genres allerdings schon längst eingeschlagen,indem sie sich in den Farben behalfen wie sie es eben konnten-so brachte Dollfus-Ausset 2 ) (damals Besitzer eines grossen Graveur-Atelier), indem er die Industrie seiner Vaterstadt mit den neue-sten Fortschritten vertraut machen wollte, schon um 1860 eine12händige Druckmaschine von England zurück, musste aber er-leben, dass dieselbe nie zu praktischer Verwendung kam, währendnun um 1875 mehrere Druckereien des Elsasses für den reichenMöbelartikel sogar löhändige Maschinen aufstellen Hessen . Fürdie billigen Glarner Genres konnte man sich freilich nicht in solcheHöhen versteigen und blieb es bei den 4händigenMaschinen; einzigdie Fabrik Hefty & Tschudy in Niederurnen, welche sich späterüberhaupt fast ausschliesslich den Rouleaux-Genres zuwandte,schaffte sich eine Druckmaschine zu fünf Farben an. Für ge-deckte rote und braune Muster konnte das künstliche Alizarindamals (als Dampffarbe) noch nicht in Frage kommen; gegenteilserlebte der Gar an eine-Artikel (rot- und braunbödige Mouchoirs

*) Ehe das Geheimnis dieser Oelpräparation gelüftet war, grundierteneinige Mülhauser Fabriken (z. B. Jean Heilmann & Cie.) in den dem Erscheinendes neuen Wesserling’schen Rot unmittelbar folgenden Jahren die für Dampf-Alizarin bestimmte Ware in Seifenlösung, was namentlich bei Rosa rechtbefriedigende Resultate ergab, jedoch eine gleichzeitige Anwendung von.Anilinschwarz nicht gestattete.

2 ) Siehe dessen Biographie im Bullet. Soc. Ind. de Mulhouse Bd. 41,S. 37, Jahrgang 1871.