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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
Entstehung
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619
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Farben bedruckt und schliesslich die weissen Effekte durch Ein-drücken einer weissen Mineralfarbe hervorgebracht werden;die Bedeutung der letztem erhöht sich noch dadurch, dass sieauf dem Modegrund weiss bleibt, auf den bunten Illuminations-farben hingegen von denselben etwas Farbstoff annimmt und so alseine schwache Abstufung derselben erscheint. Die Fabriken Barth.Jenny & Cie., Conrad Jenny & Cie. und P. Blumer & Cie. brachtenunter den Namen „Zephir“ und „Mikado“ gleichzeitig, jedoch nachunter sich verschiedenen Fabrikationsverfahren gelungene Nach-ahmungen auf Baumwolle, wobei namentlich die neuen substan-tiven Farbstoffe ausgiebige Verwendung fanden. J ) Von der letzt-genannten Schwander Firma ist noch nachzutragen, dass sie auchin einigen Rouleaux-Genres stark arbeitete und sich in den viel-farbigen dunkeln Handdruck-„Faqon laine“ (S. 615) seit langer Zeitdurch sehr schöne Ware auszeichnete und solche namentlich ingrossem Breiten mit und ohne Wollfransen in bedeutendem Um-fang für den Orient und für überseeische Gegenden erzeugte; auchwar sie durch gleichzeitige Pflege der Yasmas-Artikel im Falle,,in Zeiten von Krisen „zwei Eisen im Feuer“ zu haben.

Ueberblicken wir die vorliegende Periode als Ganzes, so er-kennen wir fast ohne Ausnahme ein ernstes, unablässiges Strebennach Vervollkommnung in den Erzeugnissen und nach Erweite-rung der Absatzgebiete; auch hat die glarnerische Mouchoirs-Druckerei zu keinen Zeiten so selbständig gearbeitet und so vielNeues, von der ausländischen Konkurrenz Unabhängiges hervor-gebracht; nur muss in dieser Beziehung betont werden, dass dieBaumwoll-Druckerei und speziell die Mouchoirs-Fabrikation, nebeneinem ihr eigenen Rayon in ziemlich starkem Masse darauf an-gewiesen ist, das in gedruckten und farbiggewobenen Woll- undSeidenstoffen Erscheinende für die Leute mit bescheidenem Geld-beutel auf den billigem Rohstoff überzutragen, und dass eine Be-

') Ein etwas verwandter Rouleau-Artikel kam ungefähr gleichzeitigdurch österreichische Fabriken und die Firmen Hefty & Tschudy und ConradJenny & Cie. auf den Markt; es waren dies satte, mit substantiven Farb-stoffen gefärbte und mit bunten (zinnsalzhaltigen) Aetzfarben bedruckte Mode-gründe. Die letztgenannte Firma übertrug auch frühzeitig den 1884 vonPrud’komme erfundenen und seither so wichtig gewordenen Artikel „Anilin-schwarz-uni mit bunten Aetz- oder Reservefarben“ auf die Mouchoirs.