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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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nutzung der in jenen auftauchenden neuen Motive nicht ohneWeiteres als Nachahmung qualifiziert werden kann, umsowenigerals eine Umarbeitung stets nötig und die Fabrikation als solchehäufig eine vom Original sehr verschiedene ist. Wenn es derglarnerischen Mouchoirs-Druckerei dank der gemachten Anstren-gungen möglich war, die in den 1860er Jahren erreichte Höhe derProduktion bis zum Jahr 1891 zum grossen Teil d. h. bis auf eineEinbasse von etwa 20 °/ 0 zu behaupten, so schmolzen dagegen diefinanziellen Ergebnisse immer mehr zusammen. Schon 1877—1879machte sich die überall herrschende Krisis in der Baumwoll-Industrie auch hier sehr fühlbar und war es den hiesigen Fabri-kanten zum Bewusstsein gekommen, dass sie die Mehrzahl derfrühem überseeischen und orientalischen Artikel der übermäch-tigen englischenKonkurrenz hatten abgeben müssen. Zur Charakteri-sierung dieses Faktums und als Fortsetzung des S. 497 Gesagtenkönnen wir uns nicht enthalten, aus dem von Herrn Jb. Steiger-Meyer in Herisau verfassten offiziellen Bericht über die Gruppe Yder „Wiener Weltausstellung von 1873“ (Schaffhausen 1874, Ver-lag von C. Baader) noch folgende Stelle abzudrucken:

Die Baumwolldruckerei hat mehr als irgend ein anderer grössererIndustriezweig die durch die Maschine hervorgebrachten Veränderungenerfahren. Die Fortschritte des Maschinendrucks haben seit 1867 den Hand-druck in allen Ländern fast ganz verdrängt. Er kann nur noch hei Spezial-artikeln existiren, wo die Detailarbeit die Kosten der Präparation für dieMaschine nicht decken würde. Eine von drei x ) Arbeitern bediente Druck-maschine bedruckt per Tag 50 bis 100 Stück Stoff von 50 Yards Längein 3 Farben; während die gleichen Arbeiter per Hand höchstens 6 Stückezu liefern vermöchten; dabei ist die Arbeit der Maschine sauberer, exakterund schärfer.

Das dem Handdruck übrig gebliebene Feld beschränkt sich auf Artikelwie Mouchoirs, Schärpen, Türkischroth und Blaudruck und ganz dünneStoffe, sogenannte Türkenkappen, welche dreifach aufeinandergelegt und3 Stücke auf ein Mal gedruckt werden; dagegen muss er auf alle Kleider-stoffe, welche vielleicht 90 °/ 0 des Consumes an Druckwaaren ausmachen,verzichten und auch diejenigen Qualitäten Mouchoirs, welche einen cou-ranten und grossen Absatz haben, der Maschine überlassen.

’) Diese Zahl kann insoweit zu Irrungen führen, als dabei der Meisterund die 2 jugendlichen Arbeiter bei den Trockenplatten nicht mitgezählt sind<vgl. oben S. 557).