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Handel und Industrie des Kantons Glarus : geschichtlich dargestellt / Adolf Jenny-Trümpy
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kommeneres Verfahren 0 für Stück- und Garnfärberei, welches,abgesehen vom Entschlichten, nur noch folgende Operationen auf-weist: Oelen (in Ammon-Sulfoleat), Trocknen, Dämpfen, Alaunen,Waschen, Färben in Alizarin (mit Zusatz von Zinnoxyd oderMetazinnsäure nebst Kalkacetat und Sulfoleat); dann wiederOelen, Dämpfen und Waschen; das „Avivieren“ oder „Seifen“war demnach durch den Zinnsäurezusatz im Färben überflüssiggeworden. Auch diese Arbeitsweise wurde um die Mitte der1880er Jahre allgemeiner bekannt und auch sonst suchte jedeFärberei bei dem heftigen Konkurrenzkampf nach neuen Verein-fachungen, so dass beispielsweise das gegenwärtige Verfahren derFabrik Tschudi sich nötigenfalls in bloss vier Tagen abwickelnlässt und nur noch folgende Operationen umfasst: Entschlichten,Oelen, Trocknen (imHotflue), Alaunen, Trocknen (im Hotflue),Kreidein, Waschen, Färben in Alizarin (mit Zusatz von Zinn-präparaten und Rotöl), Waschen, Dämpfen und Trocknen. Allenoch mehr vereinfachten Verfahren geben dagegen in der Stück-färberei ein weniger klares und feuriges, ja oft ein entschiedenabgerissenes oder trübes Rot; nur in der Garnfärberei wird imAllgemeinen dem von dem obigen abweichenden sog. Thonerde-natron-Oleat-Verfahren der Vorzug gegeben. Alle besprochenenNeuerungen führten eine solche Ersparnis an Chemikalien und anZeit herbei, dass Färbereien, welche sich nicht rasch damit ver-traut zu machen im Falle waren, durchaus konkurrenzunfähigwurden und daher den Betrieb aufgeben mussten oder ihn vor-übergehend nur mit grossen Verlusten aufrecht erhalten konnten.Infolgedessen machte sich in der zweiten Hälfte der 1870er Jahreeine intensive Krisis im gesamten Türkischrot-Artikel fühlbar.

Kehren wir nun auch noch einen Augenblick in frühereZeiten zurück, um die Entwicklung der glarnerischen Türkisch-rot-Fabriken noch etwas näher zu verfolgen:

In den 1850er Jahren, als alle andern Artikel florierten, gingdie Türkischrot-Druckerei im Glarnerland aus den S. 402 ange-führten Gründen stark zurück. In den 1860er Jahren trat bei

*) Siehe dessen Pli cachete No. 281 vom 11. Februar 1879, abgedrucktauf S. 268 im Bulletin Soc. Ind. de Mulhouse, Jahrgang 1899.