den wenigen Fabriken, die sie noch führten, ein Wiederaufschwung-ein; speziell die Firma Tschudi & Cie. in Schwanden führte um1865 den Perrotin e-Druck 1 ) ein und gelangte dadurch zur Erstellungeiniger schöner und gangbarer Indiennes-Artikel; daneben warauch die Handdruckerei in vollster Thätigkeit, da sich auch für diedamit erzeugten Mouchoirs-Artikel lebhafte Begehr zeigte. DerUebergang zum Perrotine-Druck verhalf, wie schon S. 861 be-merkt, auch der Firma Luchsinger, Eimer & Oertli in Näfels zu vermehrtem Absatz. Die Umwälzung, die sich in der zweitenHälfte der 1870er Jahre in der Türkischrot-Färberei vollzog, brachtein der Schweiz mehrere Färbereien und Druckereien zum Still-stand ; im Glarnerland blieben nur noch die zwei soeben erwähntenFirmen, wovon sich die letztgenannte stetsfort nur auf die Druckereibeschränkte. Die 1880er Jahre brachten ruhigere und günstigereZeiten; da die nach dem neuen Verfahren gefärbten uni-rotenTücher viel billiger zu stehen kamen und sich, weil nicht so mit Fett-säure beladen, leichter und sicherer ätzen liessen, nahm die Druckereieinen neuen Aufschwung, so dass beispielsweise bei der FirmaTschucli & Cie, das Jahr 1887 den Höhepunkt der Druckerei be-zeichnet, bei einer Produktion von 24,400 Stück ä durchschnitt-lich 55 Meter Länge (im Bruttoverkaufswert von zirka Fr. 500,000),wovon zirka 2 / 3 auf den drei Perrotinen und der Rest von Handgedruckt wurde. Diese grösstenteils mehrfarbigen („illuminierten“)Artikel fänden zu 3 / 4 Absatz in Britisch - und Holländisch-Indienund der Rest in europäischen und türkischen Ländern. Da jedochdie leichte Aetzbarkeit des neuen Rot die Engländer veran-lasste, sich dafür in grossem Maßstabe nun auch des Rouleaux-Drucks zu bedienen, stellte sich in den 1890er Jahren eineruinöse Konkurrenz ein, infolge welcher man sich in dem Ge-schäft in Schwanden veranlasst sah, den Druckereibetrieb sehr-bedeutend zu beschränken. Umsomehr warf sich dasselbe nunwieder auf die Färberei. Schon zu Anfang der 1880er Jahrehatte man auch die Türkischrot-Färberei von Garn für den Ver-kauf nach Vorder- und Hinterindien aufgenommen und schenkte
*) Vgl. S. 505. Eine fünffarbige Perrotine kostete damals Pr. 9700. Inden Fabriken von Islikon (S. 130) und Richterswil (S. 483) hatte der Perrotine-Druck schon etwa 10 Jahre früher Eingang gefunden.