Band 
Erster Band. A - H.
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Altar.

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Tyrus mit wunderbar geschnitzten, hölzer-nen Schranken umgeben. Auch beim hl.Chrysostomus (Hom 18 in II Kor.), Gregorvon Nazianz (Or. 42 n. 26) und bei Stjne-sius (431), Bischof von Kyrene , finden wirAndeutungen von diesen Schranken, dess-gleichen in einem Edicte der Kaiser Theo-dosius und Valentinian ( Hardoitin II 66).Zur Bezeichnung dienten die Ausdrückeöux-cta, ireptßoXoc, xqxXiöec, xuxXoc, öpucpaxra,xa-fxeXXoi, ?pxos. Auch im Abendlandewaren A.scliranken üblich nach den An-gaben des hl. Augustinus (Civ. Dei XXII8), Sozom. Hist. eccl. VII 25 und Gregor.Tur. de glov. mart. I 28. |Die Cancellischlossen die gesammte Laienschaft von demBema aus, selbst den Kaiser ursprünglichDicht ausgenommen ( Euseb. H. e. V 15;Theodoret . I 7). Bald genug jedoch wurde,wenigstens im ganzen Orient, letzterm auchein Ehrenplatz innerhalb der Cancelli ein-geräumt, was jedoch noch Ambrosius demK. Theodosius verweigerte, und was dieserdann selbst in CP. nicht in Anspruch nahm{Sozom. VII 24). Gregor von Nazianz be-klagt die Abnahme der alten Strenge indieser Hinsicht (Carmen ad Episcopos).

[Die Cancelli waren theils aus Holz, wiem Tyrus {Euseb. II. e. X 4), theils ausdurchbrochenem Marmor, wie diejenigen inH Clemente, welche vielleicht noch aus deralten ß. herrühren und daher die ältestense ' T i mögen {de Rossi Bull. 1870,137), wenn man die in den Ruinen von S.Stefano in Via Latina etwa ausnimmt (Abb.derselben bei Wesbitt Archaeologia 1866,203). K.]

9) R e 1 i q u i e n. Die Stelle Apoc. 6, 9legt die Vermuthung nahe, dass die Gräberder Märtyrer schon im ersten Jahrh. zuAltären verwendet wurden, sei es, dass dieReliquien bei sargähnlichen Altären imktipes selbst, oder bei offener Tischformaut irgend eine Weise unter der Mensaruhten. Auf diese Thatsache deuten auchdie Martyreracten (c. 18) des hl. Polycarp(169), des hl. Eructuosus (253) und des hl.Symphorian um 273 {Greg. Tur . Mir. I 52);dessgleichon reden Cyprian adv. Gnost. 12und Tertullian de anim. 9 von Seelen, rvelche,unter (sub) dem A.e' eine sanfte Ruhestättegefunden haben. In Anbetracht dieser Zeug-nisse ist es nicht unwahrscheinlich, dassauch Papst Felix I um 270, wie Anastasius berichtet, die Vorschrift gegeben habe, dasheilige Messopfer ,über den Gräbern derMärtyrer 1 zu feiern. Den monumentalenCommentar zu diesen Stellen bilden dieArcosolien der Katakomben, welche vom2. Jahrh. an zu Altären verwendet wurden.

Auch in nachconstantinischer Zeitwurden die Reliquien unter dem A. beige-setzt und zwar in besonderen Krypten, z. B.

in S. Peter {Waal a. a. 0. 75—85), S.Paul zu Rom , in S. Felix zu Nola, S. Apol-linare in Classe zu Ravenna u. s. f., oder,wenn die Krypta fehlte, unter dem Estrichdes A.es. Einen augenscheinlichen Beweishiefür liefert die Kirche S. Ambrogio zuMailand ; denn, als im J. 1864 der Bodenunter dem Ciboriums-A. ausgegraben wurde,erschien unter Mauerwerk ein Porphyrsargmit den Leibern der hhl. Ambrosius, Gerva-sius und Protasius , welche Bischof Angil-bert II 835 daselbst beigesetzt hatte, undbei weitem Vordringen fand man auf derEvangelienseite das leere Grab, in welchem389 der hl. Ambrosius die Leiber der hlil.Gervasius und Protasius hinterlegt hatte,und auf der Epistelseite stiess man auf einzweites nunmehr leeres Grab, welches demhl. Ambrosius von 397—835 zur Ruhestättegedient hatte (Litter. apost. Qui attingit,7. Dec. 1873). Die Recondition der Reli-quien im Innern des A.es selbst erwähnteine Schrift {Pseudo-Cyprian) de laude mart.und unzweideutig das fünfte Concil von Car-thago (401) durch die Vorschrift, alle Al-täre niederzureissen, welche auf offenemFelde errichtet wären und keine Reliquien(in quihus) von Märtyrern enthielten. Hatteder A. die S a r g f o r m, so lag die Recon-dition der Reliquien unter der Mensa ganznahe, und selbst bei tischähnlichen Altärenempfahl sie sich, wenn der Leib des Mär-tyrers in einem Sarge eingeschlossen waroder wenn die Reliquien so klein waren,dass sie gar in einer Säule der Mensa Platzfanden. Die erste unzweideutige Nachrichtüber die Exposition von Reliquien auf demA.e finden wir erst bei Gregor von Tours Mirac. II 34.

Das Grab hl. Märtyrer wurde zum A.verwendet, einerseits weil zur Feier des hl.Messopfers keine heiligere Stätte zu findenwar, andererseits weil die Reliquien selbstauf keine bessere Weise geehrt werdenkonnten. Nach Apoc. 6, 10 rufen die See-len der Dahingeschiedenen unter dem A.eum Rache, nach Orig. Hom. X 2 in Num.bitten sie für uns; nach den Martyreractendes hl. Polycarp (c. 18) und ähnlich nachAugustin, c. Faust. XX 21 geschah es ,zumAndenken an die, welche bereits den Hel-dentod bestanden und zur Hebung und Vor-bereitung für die, welche ihm entgegengehen 1 .

Die unter oder im A. niedergelegten Re-liquien waren indess nicht immer Gebeinevon Märtyrern, sondern, wie die Legendedes Bischofs Martinus {Gregor Tur. Hist.Franc. VII 31) zeigt, seit ca. 400 auchLeiber hl. Bekenner; bisweilen mussteman sich mit Tüchern (brandea) begnügen,welche von hl. Leibern berührt wordenwaren, oder gar mit antiken Ueberresten,