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Erster Band. A - H.
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Altar.

welche als Siegestrophäen über das Heiden-thum der Mensa zur Stütze dienten, z.'B.römischen Grenz-Yotivsteinen, Bruchstückenvon Götzenaltären u. s. f. Diese Praxisdarf nicht befremden; denn weder das Sa-cramentarium Gelasianum und Gregorianumin seinen älteren Bestandtheilen, noch derälteste römische Ordo in seiner ursprüng-lichen Gestalt erwähnen die Recondition vonReliquien im A.e bei dessen Conservation.

10) Richtung. Der heidnische A. wargegen Osten, der jüdische gegen Westengerichtet. Die Christen beteten mit Vor-liebe gegen Osten und gaben daher auchden Kirchen, wenn keine Hindernisse vor-handen waren, diese Richtung. Der Prie-ster konnte nun in orientirten Kirchenam A.e eine doppelte Stellung einuehmen,entweder hinter dem A.e gegen das Volkund gegen Westen, oder vor dem A.e ge-gen Osten. Erstere Anlage ist noch in denKatakomben zu sehen am Tisch-A. (circa5. Jahrh.) der Papstkapelle (s. Abb.), sowiein der aus dem U. Jahrh. stammenden Kirchezu Parenzo ; auch in S. Pietro ad vincula,S. Sabina, Agnese fuori le mura, S. Mariain Cosmedin zu Rom war die Richtungohne Zweifel die nämliche, da der bischöf-liche Thron in diesen Kirchen noch jetztan die Wand der Apsis angelehnt ist. Dochscheint die Stellung vor dem A.e in derRichtung gegen Osten nicht weniger üblichgewesen zu sein, trotzdem der Priester vomVolke abgekehrt stand, weil bei dieser Ein-richtung Priester und Volk gegen Sonnen-aufgang beten konnten. Schon das ur-sprüngliche Arcosolium in der Papstkapelle(c. 3. Jahrh.) hatte diese Richtung, und dererste römische ()rdo enthält die Vorschrift:,der Bischof wendet sich gegen das Volk,indem er spricht: Friede sei euch; danngegen Osten sich drehend spricht er: lasstuns beten 1 (Mobil!. Mus. ital. II 9). War dieKirche gegen Westen gebaut, so standder Priester dem Volke zugewendet hinterdem Altar gegen Osten, z. B. in S. Peter,S. Paul, S. Johann im Lateran , Mariamaggiore, S. Clemente , S. Cecilia, Lorenzofuori le mura zu Rom . Die nämliche Stel-lung gegen das Volk beliebte auch in jenenBasiliken, welche gar nicht in der hl. Bau-linie lagen, wie die römischen Kirchen Gior-gio in Velabro, Cosma o Damiano ani Fo-rum rom. zeigen. Vgl. d. Art. Orientirung.

11) Zahl. Ignatius ad Magnes. 7 undad Phil. 4 warnt vor Spaltung und redetwie von Einem Jesus Christus , so vonEinem A.e, weil ,A. gegen A.‘ errichtenmit dem Abfalle vom Glauben gleichbedeu-tend war (Greg. Naz. <>. 2<». n. 18). Ausdiesen Stellen, welche nur den A. in ab-stracto berühren, tolgt demnach keineswegs,dass in den Kirchen des Orients von An-

beginn an nur Ein A. gestanden sei. Dassdieser Schluss Berechtigung hat, zeigt Pau-linus von Nola durch die Mittheilung (Ep.31 al. 11 ad Sever.), die im J. 335 in Je-rusalem erbaute Grabkirche sei ,reich angoldenen Altären 4 gewesen. Doch gab esauch grössere Basiliken mit nur Einem A.,z. B. die Kirche in Tyrus (Eus. H. e. X 4),die Sophienkirche zu Constantinopel.

Im Abendlande war die Praxis dienämliche. Die gemeinsame Celebration desBischofs mit den Priestern und die Cele-bration mehrerer Priester mit einander er-klärt es, warum man in einzelnen Kirchensich mit Einem A. begnügen konnte. (Wennsie (die Donatisten) mit uns Eins sind, wastliun dann zwei Altäre in dieser Kirche? 1(Augustin. Tract. III in ep. s. loan.). Aufder andern Seite erheischte die grosse An-zahl der Martyrerleiber, sowie die öftereWiederholung des hl. Opfers die Aufstel-lung von mehreren Altären in ein undderselben Kirche. Schon in den Katakombenstanden mehrere Martyrcrgräber in demsel-ben Cubiculum und wurden um so gewisserzu Opferstätten benützt, als die Verehrungdes Märtyrers auf keine Weise deutlicherausgesprochen werden konnte. Schon vonConstantin d. Gr. wissen wir mit Bestimmt-heit, dass er in der Lateransbasilika siebenAltäre aufstellen liess (Anastas. in vit. Sil-vest.). Ein Jahrhundert später errichtetePapst Hilarius (4(11) sogar im Baptisteriumderselben Kirche drei Oratorien und versahjedes derselben mit einem A. (Anast. invit. Hilar.). Koch ein späterer Papst, Gre-gor d. Gr., übersandte dem Bischöfe vonSaintes Reliquien der hhl. Petrus und Pau-lus, Laurentius und Pancratius, weil er ge-hört habe, dass zu Ehren dieser Heiligeneine Basilika erbaut worden sei und 13 Al-täre darin aufgestellt würden (Greg. M. Ep.VI. n. 49). Aus einer Verordnung dessel-ben Papstes erfahren wir auch, dass in S.Peter zu Rom ausser dem IIoch-A. nochein anderer in dem Oratorium über demSarge des hl. Petrus stand (Waal Ruhestättedes Ap. Petrus 1871, 83, 85).

12) |Sog. ultaria inscripta oder litteratakommen öfter vor. Schon oben ist der A.Pulcheria’s erwähnt worden, auf welchensie ihren Namen hatte eingraben lassen,damit derselbe Allen sichtbar sei (Sosotn.IX 1). Der Bischof Deusdedit weihte inRodez einen A., der die Aufschrift trug:DEVSDEDIT EPS FNIMGNVS EIERT IVS-S1T I1ANC ARAM (Mai Coli. Vatie. V 77).Die vatieanisehe Sammlung Marini’s liefertnoch andere Beispiele, wie z. B. die poe-tische Inschrift des alten altare s. Petri(Gruter 11(>3 8 ). Pilger schrieben häufigihre Namen und Gebete auf Altäre besuch-ter Wallfahrtsorb'; solche Graffiti weisen