Band 
Erster Band. A - H.
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Athei

Auferstehung.

ATHEI, s. Spottnamen.

ATRIUM und AULE, s. Basilika.

AUDIENTES, s. Katechumenat.

AUFERSTEHUNG des Fleisches istdie Herstellung des gestorbenen Menschen-leibes zum Leben und zur Gemeinschaftmit der Seele, so dass die ursprünglicheLebenseinheit zwischen Körper und Geistwieder erneuert wird. Die A. des Fleischesist eine der wichtigsten und unterscheiden-den Lehren des Christenthums (I Kor. 15,13; vgl. Phil. 3, 10; I Thess. 4, 14). Dadie Sünde es ist, welche den leiblichen Todbewirkt hat (Röm. 5, 12), so gehört dieWiederherstellung unseres zerfallenen Leibeszur Integrität des Erlösungswerkes (I Kor.15, 54). Wenige Lehren des Christenthumswurden aber mit so viel Widerwillen undSpott aufgenommen als diese (Act. 17, 52).,Hoc genus quaestionum, 4 sagt der hl. Au-gustin (Ep. 102 in quaest. VI de Iona n.30), ,niulto cachinno a paganis graviterirrisum animadverti. 4 Viele Stellen derKirchenväter befassen sich darum mit derAuseinandersetzung dieser Lehre und densie bekämpfenden Ansichten der Heiden.So Athenagoras (de Resurrect. c. 4), Ter-tullian (de Resurrect. c. 3; de carne Christ,e. 15; Apolog. c. 48), Irenaeus (adv. Ilaer.V, c. 3), Minucius Felix (Octav. c. 11),Hippolyt (adv. Graecos c. 22), Cyrill vonJerusalem (Catech. XV [II, c. 11; II, c. 58);Augustinus (Enchirid. c. 88).

Die unter den schrecklichsten Leiden undfurchtbarsten Bedrängnissen der feindlichgesinnten heidnischen Regierung seufzendeHeerde Christi fand in dem Glauben an dieA. und die Ausgleichung nach dem Todereichen Trost. ,Weit entfernt daher, dieQualen und Entbehrungen, die ihnen droh-ten, vor Augen zu stellen, gefielen sie sichvielmehr darin, das Grab mit freundlichenSymbolen zu umgeben 4 ( Ilaoul Rochette Ca-tac. 164). Daher bilden die so oft wieder-kehrenden Symbole und Typen der A. denHauptinhalt der altchristlichen sepulcralenKunst.

Als Sinnbilder der A. begegnen unsin der altchristlichen Gräbersymbolik derBaum, der Adler, der Pfau, der Phönix,das Ei (s. die betr. Art.). Typen der A.waren Job, Ezechiel , Daniel in der Löwen-grube, die drei Jünglinge im Feuerofen, dieHimmelfahrt des Elias und der von denTodten wiedererweckte Lazarus. Vgl. diebetr. Art.

Die Heiden hielten es für unmöglich, dassein verwesener, in Tausende von Atomenzerfallener, von Thieren gefressener odervom Feuer zerstörter Leib wieder aufer-stehen könne. Desshalb verbrannten die

Heiden die Körper der Lyoner (und ande-rer) Märtyrer und streuten die Asche in dieRhone , um letzteren die Möglichkeit derA. zu benehmen. Von diesem heidnischenWahne waren selbst manche Christen be-einflusst. Daher die Furcht mancher Mär-tyrer (nicht vor Qualen und dem Tode alssolchem, sondern) vor dem Feuertode, wiesie z. B. die hlil. Montanus und Lucius u.a. zeigten; daher die Furcht vor Verlusteinzelner Glieder des Leibes oder vor Weg-nahme einzelner Gebeine aus dem Grabe;daher die innigen Bitten und die fürchter-lichen Verwünschungen auf einzelnen Epi-taphien für die, welche die Grabesruhe stö-ren oder die Gebeine zerstreuen. Ueber die-sen nur andeutungsweise gegebenen Punktvgl. ,Katholik 4 1870, 695—702; 1875, 395bis 406; Le Blant Un argument contre ledogme de la resurrect. und in der Revuearcheol. Nouv. serie 1874, sept.; Nass.Annalen Bd. XIV, Heft. 2. .münz.

AUFERSTEHUNG des Herrn ist dieBesiegelung der Wahrheit seiner Lehre, derklarste Beweis seiner Gottheit (I Kor. 15).Dennoch ist die A. Christi weniger in deraltchristlichen Kunst zur Darstellung ge-kommen. Die Erklärung liegt in der Tliat-sache, dass die altchristliche Kunst einenvorwiegend symbolischen und allego-rischen Charakter hatte. Selbst dannnoch, als man es wagte, Christi (Geburt,Leiden und) A. darzustellen, componirteman diese Begebenheiten nur mit scheuerEhrfurcht mehr andeutungsweise, für jedenGläubigen leicht verständlich, aber den pro-fanen Blicken der dauernden 4 ( Tertullian )Heidenwelt unverständlich. — Zuerst warenes typische Personen des A. Test., inderen Geschichte man die A. Christi vor-gebildet fand. Da die Geschichte des Pro-pheten Jonas (s. d. A.) vom Herrn selbstals Typus seiner A. hingestellt wurde (Matth .12, 39), so nimmt sie unter allen Gegen-ständen aus dem A. Test, auf den Bildernder Fresken, Sarkophage, Lampen, Gold-gläser, Epitaphe den ersten Platz ein (vgl.Martigny 397; Kraus II. S. 243, 2. A. 280).Ein anderes, jedoch selten zur Darstellunggekommenes Vorbild der A. des Herrn istder Patriarch Joseph (s. d. A.). Vgl.Kraus 250, 2. A. 287; Martigny 399. Eindrittes, im christlichen Alterthum sehr sel-tenes (vgl. Martigny 710), dagegen imFrühmittelalter häufiges Vorbild der A. undmehr noch der Befreiung der vor Christusgestorbenen Gerechten aus der Vorhölle istSamson, der die Tliore von Gaza trägt(s. d. A.).

Als christliche Künstler, jedoch kaum vordem 3. Jalirh., es wagten, die A. Christiselbst darzustellen, da war die Composition